Ehe ohne Sexualität: Das Tabuthema in Partnerschaften

Ehe ohne SexualitätSex ist das Thema Nummer eins. Nicht aber in Partnerschaften. Was auf den ersten Blick vielleicht erstaunt, belegen renommierte Studien: Paare reden zu wenig über ihre Sexualität. Lesen Sie, warum das so ist und was Sie tun können damit Sex bei Ihnen kein Tabuthema ist.

Ehe ohne Sexualität – Wie kommt das?

Bei einem so sensiblen Thema wie Sexualität fällt es den meisten Menschen schwer darüber zu reden. Die Gründe dafür können sehr verschieden sein: Scham, Angst vom Partner abgelehnt zu werden, keine Worte für die eigenen Bedürfnisse finden, … Obwohl wir permanent über die Medien und Werbung mit sexualisierten Themen konfrontiert werden, lernen wir nicht darüber zu sprechen. Vor allem dann nicht, wenn es um unsere intimen Bedürfnisse und Wünsche geht.

 

Studien belegen auch:

Eine der aussichtsreichen Methoden die Qualität (Lust und Spass) und die Häufigkeit beim Sex zu steigern ist, das miteinander über Sexualität reden.

 

Beim Sex ist Reden Gold und Schweigen Silber.

 

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Klingt einfach, kann sich aber je nach persönlicher Veranlagung und der konkreten Beziehungssituation als schwierig erweisen. Einerseits fallen den meisten Menschen tiefgehende Gespräche über die eigenen, konkreten sexuellen Bedürfnisse nicht leicht. Andererseits ist es eine Tatsache, dass je nötiger die Gespräche in einer Beziehung wären, umso grösser ist die Hemmschwelle diese zu überwinden (vgl. auch Artikel Paargespräch: Reden Paare wirklich nur 10 Minuten am Tag?).

Grösster Unzufriedenheitsfaktor in der Sexualität

Unerfüllte Wünsche stehen ganz oben auf der Skala, wenn es um Unzufriedenheit in der Sexualität geht. Aber: „Etwa 36 bis 40 Prozent der sexuellen Wünsche von Männern und Frauen werden nur deshalb nicht erfüllt, weil der Partner diese Wünsche gar nicht kennt. Würde er sie kennen, würde er sie aber gern erfüllen“ (Ärzte Zeitung, 10.10.2014).

Darum noch einmal:

Beim Sex ist Reden Gold und Schweigen Silber.

 

Es ist also für die Beziehungsqualität fundamental wichtig, sich nicht nur Gedanken über die eigenen sexuellen Wünsche zu machen, sondern auch mit dem Partner / der Partnerin darüber ins Gespräch zu kommen. Dies wird im Ergebnis verschiedener Studien deutlich sichtbar. Bei einer dieser Studien wurden zuerst die sexuellen Wünsche beider Partner in Form eines Tests erfasst. Danach bekamen beide Partner die übereinstimmenden Wünsche mitgeteilt.

„Sechs Wochen später wurden die Teilnehmer noch einmal befragt. 63 Prozent der Männer und 66 Prozent der Frauen berichteten über eine deutlich gesteigerte sexuelle Zufriedenheit. Beide Geschlechter fühlten sich nach dem Test von ihren Partnern auf sexuellem Gebiet besser verstanden. Auch die Kommunikation über Sex verbesserte sich“ (Ärzte Zeitung, 10.10.2014).

 

Ehe ohne Sexualität: Falle Nr. 1

Ein weiteres Kommunikationsproblem besteht darin, dass wir Probleme, die nichts mit Sex zu tun haben, im Bett austragen: Liebesentzug als Druckmittel oder Strafe. Gründe dafür können ungeklärte Streitigkeiten, Bevormundung oder einfach Ärger über das Verhalten des Partners /der Partnerin sein. Das alles kann unserem Verlangen und deren Befriedigung im Wege stehen. Wer Sex als eine Art Bestrafung benutzt, straft leider vor allem sich selbst. Aber Achtung: Oft ist uns diese Strategie gar nicht so bewusst. Wir kommen ihr aber auf die Schliche, wenn wir dem Nachgehen, was uns wirklich beschäftigt und woher unsere „Unlust“ kommen könnte. Regelmässige Gespräche über die Partnerschaft helfen daher auch solche unbewussten Strategien vorzubeugen, da der „Dampf“ am richtigen Ort (im direkten Gespräch) und frühzeitig rausgelassen werden kann. (vgl. auch Artikel Paargespräch: Reden Paare wirklich nur 10 Minuten am Tag?  und Kein Sex in der Beziehung? – Es gibt einen Weg, das zu ändern ).

Ehe ohne Sexualität: Falle Nr. 2

Wenn mich der Partner liebt, dann weiss er, was ich beim Sex brauche“. Dieser Gedanke ist leider eine unerfüllbare Wunschvorstellung. Die Trefferquote ist mit Lottospielen vergleichbar. Leider geistert diese Wunschvorstellung in vielen Köpfen als Mythos herum. Unausgesprochen Wünsche und Vorstellungen können fast nur zur Enttäuschung und Frustration führen. Die Bedürfnisse und Vorlieben in Punkto Sexualität sind von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Es ist schon schwierig genug über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse Bescheid zu wissen, geschwiege denn die Wünsche des Partners oder der Partnerin.   Die Sexualität in der Ehe steht auf drei Säulen, die nichts mit dem Akt an sich zu tun haben. Ohne Sie ist jedoch leidenschaftlicher Sex fast nicht möglich. Das Buch: „Immer wieder zueinander Finden“ beschriebt genau was diese 3 Säulen sind, wie sie funktionieren und wie man sie in der Praxis umsetzt.

Beziehungs Tipps für Männer


Die sexuelle Zufriedenheit in einer Liebesbeziehung ist ein wichtiger Gradmesser für ihre Qualität.


 

Wann müssen wir mit dem Reden anfangen?

Als Paar muss man spätestens dann über Sex reden, wenn man ihn haben will. Der Heidelberger Paartherapeut Ulrich Clement sagt, dass beide Partner sich ganz zu Anfang einer Beziehung sexuell auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen, das heisst, beide könnten sich eigentlich noch mehr, noch anderes, noch Besseres vorstellen, sind aber zu gehemmt, um offen darüber zu reden. Wenn wir dann nicht auch gleich damit beginnen darüber zu sprechen, wird es eher schwieriger als einfacher.

Reden über Sex ist eine Übungssache

Das Reden über Sex oder beim Sex lässt sich üben. Je mehr Sie es tun, desto mehr gewöhnen Sie sich daran. Als Redehilfe eignen sich zum Beispiel Bücher und Filme mit erotischen Inhalten. Hier finden Sie weitere spielerische und lustvolle Möglichkeiten: Über Sex zu reden.   Ehe ohne Sexualitaet

Oder Sie stellen sich gegenseitig einfache Fragen wie:

  • Was magst du am liebsten?
  • Was fühlt sich besonders gut an?
  • Was gefällt dir beim Sex ?
  • Was sind deine Phantasien?
  • Was möchtest du gerne mal ausprobieren?

Weitere Tipps und Anregungen wie Sie offen über Sexualität reden können,  finden Sie bei Ute Benecke: Wie sage ich meinem Partner was ich im Bett wirklich will

PS: Es gibt da noch einen schönen Nebeneffekt wenn Sie über Sex reden. Mit der Zeit werden Sie wahrscheinlich merken, dass Reden über Sex auch ziemlich erotisch und erregend sein kann.

Ihr Peter Michalik

ZUM WEITERSCHAUEN:


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Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit. Das Thema Nr.1  auf den Punkt gebracht.

 


Welt der Wunder

Paare, so heißt es, haben häufiger Sex als Singles. Aber die Realität sieht häufig anders aus. Ist das Kribbeln in der Beziehung erstmal weg, kehrt schnell der triste und graue Alltag ein. Aber warum ist das so und ist viel Sex wirklich ein Garant für eine gute Beziehung?

 


Foto © Igor Mojzes – Fotolia.com

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6 Kommentare
  1. Claudia
    Claudia says:

    Das Thema Sexualität wird in der Partnerschaft oftmals kaum verbal angesprochen. Ursachen für diese Zurückhaltung können Scham, Angst und Unsicherheiten sein. Viele Menschen haben Hemmungen, die intimsten Gedanken mit jemanden zu teilen – selbst wenn es der eigene Partner ist. Deshalb finde ich es wichtig, sich auf möglichst unbefangenen Boden diesem Thema anzunähern. Ein Frage-Antwort-Spiel wäre beispielsweise eine Möglichkeit, um mehr über den anderen zu erfahren. Oder, wie oben erwähnt, die Diskussion über einen erotischen Film. Meiner Ansicht nach können so mögliche Hemmschwellen am Leichtesten überwunden werden.

    Antworten
    • Peter Michalik
      Peter Michalik says:

      Liebe Claudia,

      Da bin ich voll Deiner Meinung. Ein langsames Vortasten, anstatt gleich über die ganz „heissen“ Themen zu reden, ist sicher ein guter Weg.

      Liebe Grüsse

      Peter

      Antworten
      • Daniela
        Daniela says:

        Da kann ich nur zustimmen. Ich suchte etwas im Internet und bin auf diesen Artikel gekommen.

        Ich habe es mit dem langsamen Vortasten gemacht und es hat sich echt gelohnt ;).

        Antworten

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  1. […] Sexualität reden können, kann dies zu Missverständnissen, Enttäuschungen und Frust führen. (Sexualität: Das Tabuthema in Partnerschaften) Falsche Vorstellungen und Erwartungen tun ihr übriges dazu. Die Krise ist fast vorprogrammiert. […]

  2. […] Sie das Leben aktiv und bewusst. Sind Sie auch offen gegenüber neuen Freizeitbeschäftigungen oder sexuellen Erfahrungen. Sie sind nur so alt wie Sie sich […]

  3. […] das Wichtigste, gerade in einer Beziehung, ist Kommunikation. Das hat auch schon Peter sehr schön in seinem Artikel “Sexualität: Das Tabuthema in Partnerschaften” erklärt. Redet über Sex – über […]

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