On / Off- Beziehung – Diese 3 Schritte sollten Sie ausprobieren!

on off beziehungDas ewige Hin und Her in einer On / Off – Beziehung belastet sehr.

In einer Beziehung, in der beide Partner weder mit noch ohne den anderen zurechtkommen, bleibt der vollständige und ganz vollzogene Trennungsschritt aus.

Während einer Trennungsphase sehnen sich die Partner nacheinander und finden letztendlich erneut zusammen. Dabei ist zu Beginn der Willen groß, die Wünsche des Anderen zu erfüllen, ungeliebte Verhaltensweisen abzulegen und sich der neuen Beziehung wieder voller Energie hinzugeben.

Es folgt eine erneute Phase von Verliebtsein, Wolke sieben.

Doch schon bald ist man wieder im alten Muster und man hält es kaum mehr miteinander aus.

Kommt auch Ihnen dies bekannt vor? 

Kaum sind die alten Muster wieder an der Oberfläche denkt einer oder beide wieder über Trennung nach, distanziert sich emotional, investiert kaum noch in die Beziehung. Die Trennung scheint der letzte Ausweg.

Diese Dynamik kann sich sogar verschärfen bzw. an Tempo gewinnen, wenn sie sich bereits öfters wiederholt hat. Man verliert viel schneller den Glauben an die Beziehung, und dass diese funktionieren wird auch wenn es mal schwierig ist miteinander. Man gibt schneller auf…

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Mit der Trennung und dem Verlust der Beziehung steigt aber rasch auch wieder die Sehnsucht und es wird wieder spürbar wie sehr man am Anderen hängt. Also doch Liebe?

Es fällt schwer sich zu lösen, auf den Anderen zu verzichten und ganz auf sich selber zurückgeworfen zu werden. Man erlebt Trennungsschmerz, Trauer, vielleicht auch das Gefühl von Einsamkeit. Sind diese schmerzhaften Gefühle der Beweis, dass ich den Anderen doch noch liebe?

In einer On / Off- Beziehung fällt es oft schwer sich ganz auf den Anderen (und seine Schwächen, Anforderungen, ….) einzulassen, es fällt aber genau schwer den Anderen ganz loszulassen.

Menschen, die in eine On / Off-Beziehung geraten, verlieren oft auch das Vertrauen in die eigenen Gefühle. Kann ich meinen Gefühlen nun wirklich trauen? Was will ich? Was tut mir gut? Jetzt bin ich doch richtig verliebt – oder?

On / Off -Beziehung – Trennen, Ja oder Nein?

Haben Sie schon einmal daran gedacht, den Schritt der Trennung auszulassen und die Distanz, welche Sie und Ihren Partner wieder zueinander führen könnte auch innerhalb einer Beziehung zuzulassen?

Zum Beispiel ein Wochenende allein wegfahren, den Partner zurücklassen und sich selbst näher kommen. Oder ein eigenes Schlafzimmer in der gemeinsamen Wohnung beziehen und nur zu vereinbarten Zeiten gemeinsame Stunden verbringen? Oder …

In jeder Art von Paarbeziehung erleben beide regelmäßige Zeiten von Annähern und Loslassen. Dies ist ein gesunder Vorgang und darf auch als solcher verstanden werden.

Vor allem langjährige Partnerschaften basieren auf diesem Prinzip.

Kann man sich diesem hingeben, kann die Entwicklung der Beziehung auf verschiedenen Ebenen freier erlebt werden. Die Verbundenheit findet nun auf anderen Ebenen statt, aber nicht in jedem Bereich der Partnerschaft gleichzeitig.

Beziehung bedeutet Geborgenheit und Nähe erleben und andererseits auch individuelle Entwicklung und Freiheit zulassen. Dies in Balance zu halten, ist die Hauptaufgabe für beide Partner.

on off Beziehung I

Die Schwierigkeit?

Das ist der Wille!

 


Beide Partner müssen diesem Prinzip zustimmen und gleichermassen bereit sein, an der Beziehung zu arbeiten. Dies bedeutet konkret, auf den Partner einzugehen, seine Wünsche zu beachten und sich dem anderen zu öffnen.

Wenn Sie schon einiges ausprobiert haben, um Ihre Beziehung in den „On“-Modus zu bringen und da auch zu halten, und es eventuell nicht so funktioniert hat, wie Sie es sich vorgestellt haben, probieren Sie doch die folgenden Schritte aus:

1. Schritt in einer On / Off-Beziehung: Visionen

Entwickeln Sie Visionen.

Frei über seine eigenen Vorstellungen zu sprechen ist dabei unerlässlich. Auf Dauer kann niemand alle Erwartungen des anderen durch bloße Beobachtung erkennen – dies ist keinesfalls Zeichen mangelnder Zuneigung oder gar Liebe. Gespräche sollten stattfinden, in denen beide Partner gleichermaßen zu Wort kommen.

Idealerweise machen Sie es als Paar regelmässig. Eine gute Möglichkeit wie Sie sich Ihrer eigenen Vorstellungen, Erwartungen und Wünsche an Ihre Beziehung aber auch an Ihren Partner / Ihre Partnerin bewusst werden und sich dann gegenseitig austauschen, ist im Artikel: Visionen beschrieben.

on off beziehung II

2. Schritt in einer On / Off-Beziehung: Unausgesprochene Wünsche und Erwartungen

Bei jeder partnerschaftlichen Beziehung gibt es einen wichtigen Aspekt: Die persönlichen Erwartungen an die Beziehung bzw. an den anderen.

Auf der einen Seite sind diese wichtig um die eigenen Wünsche zu erkennen. Auf der anderen Seite bedeuten sie auch unausgesprochene Verhaltensvorschriften für den anderen und können Druck im partnerschaftlichen Umgang verursachen.

 

Dieser Druck ist Liebestöter und beraubt zum einen unsere Unvoreingenommenheit dem anderen gegenüber, andererseits wird der andere in seinem freien Verhalten eingeschränkt.
Am gefährlichsten sind unerkannte, unterschwellige Erwartungen, deren die Person sich nicht einmal selbst bewusst ist.

Im Artikel Sexualität das Tabu Thema in Partnerschaften können Sie nachlesen, was passieren kann, wenn sich Partner ihre Erwartung und Wünsche im Bezug auf die Sexualität gegenseitig erzählen.

Midlife-crisis

Wichtig ist:

Normvorstellungen mögen gelten, jedoch niemals für Ihre Beziehung. Alles was zwischen Ihrem Partner und Ihnen vorgeht, richtet sich nach Regeln, die allein Sie beide für sich aufgestellt haben. Machen Sie sich Ihre eigenen Erwartungen klar, begründen Sie diese, überprüfen Sie sie auf Notwendigkeit und seien Sie kritisch mit sich selbst.

Je weniger Forderungen Sie an Ihren Partner stellen, desto freier kann er sich äußern.

 

3. Schritt in einer On / Off- Beziehung: Erhöhen Sie die emotionale Bindung.

on off BeziehungVor allem in Beziehungen, die intensive Phasen der Annäherung und Distanz erleben, wie in einer „On / Off- Beziehung“, ist häufig einer der Partner emotional gebundener als der andere.

Ungleiche Zuneigung kann ein Grund für diese Wechselbäder der Gefühle sein, muss aber nicht. Ungleichheit in Verhalten, Vorstellung, Erwartungshaltung – die Gründe für den Abstand zwischen beiden Partner sind vielfältig, zielen aber oft in die gleiche Richtung:

Unterschiedliche emotionale Bindung, die eine wesentliche Ursache vieler Beziehungsprobleme zwischen den Partnern darstellt.

Beziehungskonflikte treten vor allem auf, wenn die Partner ihre Verbundenheit zueinander nicht mehr spüren.

(Sue Johnson)

Susan M. Johnson (2009) ist Begründerin der „Emotions-fokussierten Paartherapie“ (EFT), die auch hierzulande immer bekannter wird.

Der Ansatz von Susan M. Johnson basiert auf der Grundlage der Bindungstheorie des britischen Psychiaters John Bowlby (1907-1990). Bowlby ging davon aus, dass eine sichere Bindung zwischen Mutter und Kind ausschlaggebend ist für eine gesunde emotionale Entwicklung von Kindern.

Bei Kindern ist es mittlerweile für uns selbstverständlich, dass sie Aufmerksamkeit, Trost und Schutz von ihren Eltern brauchen.

Bei Erwachsenen wird starke Abhängigkeit vom Anderen eher als unreif, kindlich oder klammernd abgewertet. Doch Erwachsene sind an ihre Partner genauso gebunden und auch abhängig von ihnen.

Beziehungen zwischen Erwachsenen sind im Gegensatz zu Eltern-Kind-Beziehungen gleichwertiger, aber die Art des emotionalen Bandes ist dasselbe.

Kinder, die sicher an ihre Eltern gebunden sind, können sich frei entwickeln und die Welt erforschen . Auch hier findet sich eine vergleichbare Dynamik auf der Paarebene:

Je sicherer die Partner ihrer gegenseitiger Verbundenheit sind, umso freier können sie sich entwickeln. Es braucht also eine Balance zwischen Verbundenheit und Freiheit!

on off beziehung I

Zu enge Bindungen und Beziehungen sind erstickend, zu grosse Ungebundenheit und Unverbindlichkeit sind fragil. Beide Formen sind beängstigend für mindestens einen der Partner und sehr anfällig für Beziehungskonflikte!

Nach John Gotmann (2014), Paarforscher aus Seattle hat eine Bindungsunsicherheit Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit. Die Wahrscheinlichkeit, an Herz- Kreislauferkrankungen zu erkranken, ist bei Paaren mit einer sicheren emotionalen Bindung deutlich tiefer als bei Menschen in einer unsicheren Paarbeziehung.

Der wichtigste Punkt ist, dass Sie und Ihr Partner verstehen, dass Sie emotional verbunden und abhängig voneinander sind, und dass Sie sich nicht mehr geborgen fühlen, wenn Sie die innere Bindung bzw. Verbundenheit zum Partner verlieren.

Und bitte verwechseln Sie nicht innere Verbundenheit und äußere Bindung.

Sie können äußerlich an jemanden gekettet sein und innerlich weit von dieser Person entfernt oder umgekehrt über hunderte von Kilometern von einer Person entfernt, sich innerlich dieser Person aber sehr nahe und verbunden fühlen.

Mehr Qualität bitte

Je mehr höher die Qualität der Paarzeit in der Beziehung ist, umso mehr verbunden fühlen sich die Partner. Es gibt einige Grundlegende Schritte, die eine emotionale Bindung zwischen den Partnern stärken. Einer der Hauptfaktoren ist die Qualität der Paarzeit die Partner miteinander verbringen.

Wie Sie diese Zeit erhöhen können, welches die anderen Faktoren sind und wie Sie es in Ihrem Alltag als Paar umsetzen können steht hier: Beziehungs Tipps für Männer und Frauen.

Bei der Auseinandersetzung mit der eigenen emotionalen Bindung, aber auch der des Partners / der Partnerin ist eines wichtig: Offenheit!

Vielen hat es geholfen, die eigene Sicht auf das aktuelle Beziehungsdilemma vor dem Partner schonungslos, möglichst präzise und ehrlich in Worte zu fassen. Sprechen Sie dabei stets von Empfindungen und gehen Sie von Ihren Gefühlen aus – Vorwürfe sind kontraproduktiv.

Ihre

Sara und Peter Michalik


 

PS:

Hier noch ein besonderer Lesetipp:

Stefanie Stahl gilt im deutschsprachigen Raum als Expertin zum Thema „Bindungsangst“. Ihr Buch „Jein – Bindungsängste erkennen und bewältigen“ befindet sich in der 12. Auflage und ist in mehrere Sprachen übersetzt worden. Das Buch ist empfehlenswert gleichermaßen für Fachleute wie für Laien.


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