Wir streiten nur noch! – Streit gehört dazu, doch wenn es laut wird, sollten Sie das hier lesen.

StreitenWir streiten nur noch! Kennen Sie das? Ihr Partner / Ihre Partnerin sagt nur einen Satz, aber der bringt Sie sofort in Rage – und ein heftiger Streit geht los.

Die Emotionen schlagen Wellen und ein konstruktives Gespräch ist nicht mehr möglich. Wenn es Ihnen beim Streiten ab und zu ähnlich geht, haben wir eine gute Nachricht für Sie: Sie können das ab sofort ändern. Wie das geht, erklären wir in diesem Artikel.

Wir können nicht miteinander reden – Aber warum?

80% Prozent der Paare, die in unser Praxis kommen, haben die folgende Bitte: „Helfen Sie uns besser zu kommunizieren. Wir streiten nur noch! Wir können nicht mehr miteinander reden.“

Neugierig wie ich bin, frage ich die Paare, wie sie das machen, dass es nicht funktioniert. Die Antworten sind wie erwartet sehr unterschiedlich und doch haben sie oft eine Gemeinsamkeit:

Bereits der Beginn des Gespräches verlieft sehr ungünstig.

Es ist der „harte Einstieg“ vor dem Streiten, der die in der Einleitung beschriebene Reaktion auslöst. Dr. John Gottman beschreibt in seinem Buch: „Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe“ genau dieses Phänomen.

​WIR HABEN DA ETWAS FÜR SIE!

Warum Streiten Paare

Warum streiten Paare?

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Es liegt an uns. Wir haben Einfluss darauf, wie ein Gespräch beginnen soll und wie es enden wird – ob es ein produktives oder ein Tür-Knall-Gespräch wird.

Dr. John Gottman hat in seinen Forschungen mit Paaren festgestellt: Wenn es zwischen Paaren in glücklichen und Paaren in unglücklichen Ehen eine Gemeinsamkeit gibt, dann ist es in beiden Fällen die Wahrscheinlichkeit, dass es eher die Frau ist, die ein heikles Thema auf den Tisch bringen, es aber auch verschweigen kann (vgl. S. 159, englische Version).

 

Aus unserer Erfahrung besteht der zentrale Unterschied darin, wie Mann bzw. Frau eine Diskussion beginnt. Das ist für der Verlauf des folgenden Gesprächs maßgeblich entscheidend.

Wir streiten nur noch: Das ist der Unterschied

Ist der Start des Gesprächs „hart“ bzw. zu direkt oder verletzlich, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Partner / Ihre Partnerin defensiv und nicht kooperativ sein wird sehr hoch.

Dass daraus ein heftiger Streit entsteht, ist fast vorprogrammiert. Ist der Start weicher, gibt es eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, dass die Anliegen gehört und diese auch akzeptiert werden.

Wie Sie sehen, entscheidet sich ein Gesprächsverlauf in den ersten Sätzen. Das heisst also, dass Sie die Wahl haben, wie Ihr nächstes Gespräch verlaufen wird.

Wir streiten nur noch: Aber er (sie) hört mir nicht richtig zu.

Das ist das Argument Nr. 1, wenn ich mit Paaren über diese entscheidende Phase der Kommunikation rede. Die Betroffenen haben in den vergangenen Gesprächen mit Ihrem Partner / Ihrer Partnerin die Erfahrung gemacht, nicht gehört oder verstanden zu werden.

Umso „steiler“ startet jedes Mal der Einstieg ins Gespräch. Und wie bereits oben beschrieben, passiert genau das Gegenteil vom Erhoffen.

Das Gegenüber macht noch schneller die Zugänge dicht. Meine eigene Erfahrung geht in dieselbe Richtung. Meine Gespräche wurden immer lauter und konfrontativer, und zum Schluss ging es überhaupt nicht mehr um die eigentliche Sache.

Das Streiten glich eher einer Schlammschlacht in der man alle Register zieht und alles aus der Vergangenheit ausgräbt. So wird das Ganze zu einer „never ending story“.

Wir streiten nur noch: Machen Sie es doch so!

Eigentlich ist es aber ganz einfach, man muss nur ein paar einfache Regeln befolgen, die uns die Kommunikationspsychologie liefert. Die wichtigsten Regeln haben wir in einer Grafik zusammengestellt.

Ich versuche selber das in der Grafik beschriebene umzusetzen, und ich kann Ihnen sagen, ich bin froh diese Grafik zu haben. Denn wenn es etwas wichtiges mit dem Partner / der Partnerin zu besprechen gibt, sind die Emotionen oft nicht mehr ganz so neutral wie für einen sanften Einstieg erforderlich wäre.

In dieser Situation muss ich erst mal etwas Abstand schaffen und da hilft mir die Grafik sehr, meine Anliegen positiv oder sanft zu formulieren.

Und gleichzeitig beruhigt mich das ein wenig. Ich fange dann nicht sofort ein Gespräch an, so wie früher, ich schreibe nicht sofort eine SMS oder rufe meine Frau an.

Und auch wenn es mir manchmal etwas schwer fällt, überlege ich, was ich eigentlich sagen will. Dann versuche ich das für mich Wichtigste sanft zu formulieren. So kann oft ein Anliegen in der Beziehung besprochen werden, ohne dass es zum Streit kommt.

Kommunukation: Hart oder Soft

wir streiten nur noch

Diese und weitere Vorlagen können Sie als PDF gratis in unserer DruckBAR downloaden

Wir streiten nur noch: Was sagt die Paarforschung dazu?

Nach den Forschungsergebnissen von Dr. John Gottman braucht es in der Beziehung ein Verhältnis von 5:1 zwischen positiven und negativen Aussagen. Gottman erklärt das Verhältnis 5:1 und seine Bedeutung hier in diesem Video:

Die Schlussfolgerung daraus ist: Wenn Sie Ihrem Partner / Ihrer Partnerin etwas negatives an den Kopf schmeissen, müssen Sie es mit fünf positiven Aussagen ausgleichen. Ich weiss, es ist ein unfaires Verhältnis und bedeutet im Alltag viel Anstrengung und Bemühung. Da lohnt es sich auch in dieser Hinsicht gleich zu Beginn einen sanfteren und letztlich auch erfolgreicheren Kommunikationsstil zu suchen.

Wwir streiten nur nochir streiten nur noch: Der Klügere gibt nach!

Falsch! Der Klügere gibt nicht einfach nach, er sagt es anders! Wir haben einen grossen Einfluss darauf, wie unsere Gespräche verlaufen.

Wenn Sie mit dem bisherigen Verlauf Ihrer Gespräche nicht zufrieden sind, versuchen Sie etwas zu ändern. Benutzen Sie diese Grafik als Hilfestellung und beobachten Sie wie sich Ihre Gespräche verändern.

Sie müssen dabei Ihre Anliegen nicht hinten anstellen, Sie müssen es nur anders sagen. Ich bin überzeugt: So kommen Sie sogar besser zum Ziel! Ein weiterer informativer Beitrag zum Thema Streiten finden Sie hier. Auch glückliche Paare streiten – aber anders (SRF).

Zum Schluss noch die Frage:

Haben es Paare die mehr Gemeinsamkeiten haben einfacher?

Die Antwort finden Sie im Artikel: Wir passen nicht zusammen! Jedoch: Gegensätze ziehen sich an – Ein Dilemma vieler Beziehungen, denn Gleich und Gleich gesellt sich gern, wäre einfacher!

Glückliche Beziehungen sind keine Glückssache!

Ihr

Peter Michalik


Foto © hypnocreative – Fotolia.com

2 Kommentare
  1. Veronika Krytzner
    Veronika Krytzner says:

    Schöner Beitrag – ich bin auch großer Fan von J. Gottman :-).
    Oft entsteht die Lautstärke in einem Gespräch dadurch, dass man sich nicht verstanden fühlt oder die Emotionen hochkochen. Ich finde deine Grafik dafür sehr anschaulich und hilfreich.
    Schön fände ich noch einen weiteren Artikel zu echten und falschen Ich-.Botschaften (nur als Anregung).

    Herzliche Grüße
    Veronika

    Antworten
    • Peter Michalik
      Peter Michalik says:

      Liebe Veronika,

      Danke für die Anregung.
      Das wäre tatsächlich eine gute Fortsetzungsmöglichkeit. Steht auf der to do Liste. 🙂

      LG
      Peter

      Antworten

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