Zoff: Was ist der Reiz am Streiten

Kennen Sie das: Sie streiten mit Ihrem Partner, mit Ihrer Partnerin wegen einer Kleinigkeit. Der Streit artet aus. Es wird immer lauter. Die Worte werden zu verletzenden Pfeilen und irgendwann geht es nur noch darum, Recht zu haben. Tränen, Resignation oder sogar Hass können die Folge sein. Nach dem Streit wissen Sie oft nicht mehr um was es eigentlich ging. Und Sie fragen sich: Was machen wir da eigentlich? Was machen wir falsch? Müssen wir immer streiten?   Mit diesem Problem sind Sie nicht allein. Oft kommen Paare in die Beratung mit folgendem Anliegen:  Wir können nicht ohne Verletzungen streiten. Wir haben keine Streitkultur, es artet immer aus. Oft wird es sehr verletzend und geht unter die Gürtellinie. Gefolgt von der Bitte: Helfen Sie uns besser zu kommunizieren. Beim näheren Hinschauen stellt sich dann aber oft heraus, dass das Problem nicht in der Kommunikation liegt und daher auch die Lösung wo anders liegt.  Doch zuerst muss die folgende Frage gestellt werden:  War das von Anfang an so? Wenn ja, dann kann es tatsächlich an falscher Kommunikation in der Beziehung liegen. Dann ist es die Aufgabe herauszufinden, warum das so ist. Und wie man es ändern kann. Die Gründe für Kommunikationsstörungen können unterschiedlich und sehr individuell sein. In diesem Fall kann eine professionelle Beratung helfen den Gründen auf die Spur zu kommen und mit gezielten Interventionen im Bereich Kommunikation Abhilfe schaffen.  Was ist dann der Grund? Wenn Sie nicht von Anfang so heftig gestritten haben und erst im Laufe der Zeit die Auseinandersetzungen heftiger wurden, liegt die Ursache nicht unbedingt alleine in der Kommunikation.  Eine mögliche Ursache kann zu wenig AUFMEKSAMKEIT sein.  Wenn im Laufe der Zeit die Paarzeit (Artikel 5) immer weniger wird, sinkt die gegenseitige Aufmerksamkeit. Es mag sein, dass Sie als Paar oder Eltern sehr gut funktionieren und sich sozusagen blind verstehen. Wenn aber die gegenseitige Aufmerksamkeit nur oberflächlich oder nur über die Aufgaben, die man in einer Beziehung zu erfüllen hat, stattfindet, wird das Streiten immer attraktiver. Die Gründe werden immer banaler und die Auseinandersetzungen immer häufiger und heftiger. Bis das Ganze zu einer grossen Belastung wird.  Was macht das Streiten so attraktiv? Es ist die AUFMEKSAMKEIT. Wenn Sie streiten, können Sie sich der Aufmerksamkeit und Zuwendung des Partners, der Partnerin sicher sein. Im Streit sind sich die Partner zugewandt, hören meist gut zu, suchen den Blickkontakt und symbolisieren auch mit dem Körper Aufmerksamkeit. Je häufiger Sie wegen Kleinigkeiten streiten, um so mehr sollten Sie Ihre Paarzeit (Artikel 5) hinterfragen.  •	Wie viel macht die Paarzeit (Artikel 5) in unserem Alltag aus? •	Was machen wir, wenn wir als Paar alleine sind? •	Über was reden wir? Sind es nur noch Job und Kinder? •	Wie zeigen wir uns unsere Zuwendung, Gefühle und Bedürfnisse?   Das Streiten kann also vordergründig attraktiv sein; v.a. das Versöhnen danach. Auf den zweiten Blick sind es oft Hilferufe, die zum Ausdruck bringen, dass die Partner einander dringend brauchen und mehr Aufmerksamkeit wünschen.  Was steckt hinter diesen Hilferufen? Oft sind es sehr wesentliche Fragen an die Beziehung, die sich hinter dem Streit verbergen. •	Bist du für mich da? •	Kann ich mich auf dich verlassen? •	Bin ich dir noch wichtig? •	Wirst du da sein, wenn ich dich mal brauche? •	Akzeptierst du mich?  Wenn ein Partner emotional nicht erreichbar ist, führt das fast immer zu Wut, Trauer, Schmerz und vor allem Angst, die Bindung zu verlieren. Es ist das Bedürfnis nach sicherer emotionaler Zusammengehörigkeit, dass sich hier meldet, wenn diese Verbundenheit in der Beziehung nicht mehr spürbar ist. Unsere Gefühle schlagen so zu sagen Alarm um auf den Missstand aufmerksam zu machen. Es ist nicht die Zahnpasta Tube, die falsch steht, oder die falsch hingestellten Schuhe, es sind unsere vernachlässigten Emotionen, die sich eine bessere Beziehung, eine tiefere Bindung zum Partner oder Partnerin wünschen.   Was könne Sie tun? Wenn Sie merken, dass Ihre Auseinandersetzungen in die oben beschriebene Richtung gehen könnten, tuen Sie etwas dagegen. Gute Hinweise dafür, was Sie tun können, finden Sie in unserem Artikel „Zu wenig Zeit als Paar“   Eine gute emotionale Bindung ist ein Kraftquelle, die Ihre Beziehung durch alle Tiefs tragen wird. Kennen Sie das: Sie streiten mit Ihrem Partner, mit Ihrer Partnerin wegen einer Kleinigkeit. Der Streit artet aus. Es wird immer lauter. Die Worte werden zu verletzenden Pfeilen und irgendwann geht es nur noch darum, Recht zu haben. Tränen, Resignation oder sogar Hass können die Folge sein. Nach dem Streit wissen Sie oft nicht mehr um was es eigentlich ging. Und Sie fragen sich: Was machen wir da eigentlich? Was machen wir falsch? Müssen wir immer streiten?


Es gibt verschiedene Arten sich zu streiten. Hier werden 10 verschiedene karikiert und vorgestellt.


Streiten ist nicht immer eine Frage der Kommunikation

Oft kommen Paare in die Beratung mit folgendem Anliegen:

Wir können nicht ohne Verletzungen streiten. Wir haben keine Streitkultur, es artet immer aus. Oft wird es sehr verletzend und geht unter die Gürtellinie. Gefolgt von der Bitte: Helfen Sie uns besser zu kommunizieren. Beim näheren Hinschauen stellt sich dann aber oft heraus, dass das Problem nicht in der Kommunikation liegt und daher auch die Lösung wo anders liegt.

Doch zuerst muss die folgende Frage gestellt werden:

 

War das von Anfang an so?

Wenn ja, dann kann es tatsächlich an falscher Kommunikation in der Beziehung liegen. Dann ist es die Aufgabe herauszufinden, warum das so ist. Und wie man es ändern kann. Die Gründe für Kommunikationsstörungen können unterschiedlich und sehr individuell sein.

In diesem Fall kann eine professionelle Beratung helfen den Gründen auf die Spur zu kommen und mit gezielten Interventionen im Bereich Kommunikation Abhilfe schaffen.

Was ist dann der Grund?

Wenn Sie nicht von Anfang so heftig gestritten haben und erst im Laufe der Zeit die Auseinandersetzungen heftiger wurden, liegt die Ursache nicht unbedingt alleine in der Kommunikation.

 

Eine mögliche Ursache kann zu wenig AUFMERKSAMKEIT sein.

 

Wenn im Laufe der Zeit die Paarzeit immer weniger wird, sinkt die gegenseitige Aufmerksamkeit. Es mag sein, dass Sie als Paar oder Eltern sehr gut funktionieren und sich sozusagen blind verstehen. Wenn aber die gegenseitige Aufmerksamkeit nur oberflächlich oder nur über die Aufgaben, die man in einer Beziehung zu erfüllen hat, stattfindet, wird das Streiten immer attraktiver. Die Gründe werden immer banaler und die Auseinandersetzungen immer häufiger und heftiger. Bis das Ganze zu einer grossen Belastung wird.

 

Was macht das Streiten so attraktiv?

Zoff: Was ist der Reiz am StreitenEs ist die AUFMERKSAMKEIT. Wenn Sie streiten, können Sie sich der Aufmerksamkeit und Zuwendung des Partners, der Partnerin sicher sein. Im Streit sind sich die Partner zugewandt, hören meist gut zu, suchen den Blickkontakt und symbolisieren auch mit dem Körper Aufmerksamkeit. Je häufiger Sie wegen Kleinigkeiten streiten, um so mehr sollten Sie Ihre Paarzeit hinterfragen.

  • Wie viel macht die Paarzeit in unserem Alltag aus?

  • Was machen wir, wenn wir als Paar alleine sind?

  • Über was reden wir? Sind es nur noch Job und Kinder?

  • Wie zeigen wir uns unsere Zuwendung, Gefühle und Bedürfnisse?

Das Streiten kann also vordergründig attraktiv sein; v.a. das Versöhnen danach. Auf den zweiten Blick sind es oft Hilferufe, die zum Ausdruck bringen, dass die Partner einander dringend brauchen und mehr Aufmerksamkeit wünschen.

Was steckt hinter diesen Hilferufen?

Oft sind es sehr wesentliche Fragen an die Beziehung, die sich hinter dem Streit verbergen.

  • Bist du für mich da?
  • Kann ich mich auf dich verlassen?
  • Bin ich dir noch wichtig?
  • Wirst du da sein, wenn ich dich mal brauche?
  • Akzeptierst du mich?

 

Wenn ein Partner emotional nicht erreichbar ist, führt das fast immer zu Wut, Trauer, Schmerz und vor allem Angst, die Bindung zu verlieren. Es ist das Bedürfnis nach sicherer emotionaler Zusammengehörigkeit, dass sich hier meldet, wenn diese Verbundenheit in der Beziehung nicht mehr spürbar ist. Unsere Gefühle schlagen so zu sagen Alarm um auf den Missstand aufmerksam zu machen. Es ist nicht die Zahnpasta Tube, die falsch steht, oder die falsch hingestellten Schuhe, es sind unsere vernachlässigten Emotionen, die sich eine bessere Beziehung, eine tiefere Bindung zum Partner oder Partnerin wünschen.

Was können Sie tun?

Wenn Sie merken, dass Ihre Auseinandersetzungen in die oben beschriebene Richtung gehen könnten, tuen Sie etwas dagegen. Gute Hinweise dafür, was Sie tun können, finden Sie in unserem Artikel „Zu wenig Zeit als Paar“

Eine gute emotionale Bindung ist ein Kraftquelle, die Ihre Beziehung durch alle Tiefs tragen wird. 

Glückliche Beziehungen sind keine Glückssache!

Ihre

Sara und Peter Michalik


 

Fotos: © alphaspirit – Fotolia.com

3 Kommentare
  1. Ulrich Sprenger
    Ulrich Sprenger says:

    Streiten, richtig streiiten habe ich nie gelernt. Habe echt meine Eltern nie streiten gesehen. Auch mit meinen Brüdern habe ich nie wirklich gestritten. Das heisst, als ich in der Beziehung mit streiten konfrontiert wurde, und meine Freundin lustvoll und laut gestritten hatte, wusste ich nicht wie damit umzugehen. Nur mit Timouts konnte ich mich „retten“
    Super Webseite, wünsche Euch viel Erfolg. 🙂

    Antworten
    • Peter Michalik
      Peter Michalik says:

      Da ich eher das Gegenteil erlebt habe, war das Harmoniebedürfnis bei mir etwas ausgeprägter. Was sich lange als Überlebensstrategie bewährt hat und „normal“ galt, kann in einer neuen Beziehung plötzlich zu einer Herausforderung werden. Wie schön, dass wir immer wieder Chancen bekommen am uns zu Arbeiten.

      Danke für das Kompliment für die Seite, bin noch am Feintuning. 🙂

      Alles Gute
      Peter

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  1. […] Streit ist einer der intensivsten Interaktionsmöglichkeiten, die es gibt. Wenn Kinder streiten, muss das gar nicht heissen, dass sie einander nicht mögen. Ganz im Gegenteil! Im Streit spürt man sich und das Gegenüber sehr intensiv. Man ist in Kontakt, weiss genau was der andere mag – und eben auch, was er nicht mag. Ich konnte schon oft beobachten, dass Kinder vor allem auch dann Streit „suchen“, wenn sie mit dem anderen in Kontakt kommen möchten, aber nicht so recht wissen, wie sie das auf eine gute Art anstellen können. Vor allem auch dann, wenn sie nicht so recht wissen, was sie miteinander spielen können, vielleicht weil der Altersunterschied eine Hürde oder die Interessen zu unterschiedlich sind, suchen sie einen anderen Weg der Interaktion. Diese Tatsache, dass Menschen streiten, weil sie Aufmerksamkeit und Zuwendung suchen, findet man übrigens auch bei Erwachsenen (dazu auch den interessanten Artikel Zoff: Was ist der Reiz am Streiten). […]

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