Peter Michalik

​PETER MICHALIK

Dipl​​. Familien, Paar- und Eheberater IKP

• Jahrgang 1968
• Verheiratet seit 2005
• Vater von 3 Kindern

​Berufliche Facts

Meine Geschichte -wie alles begann

Viele Paare leben ihre Ehe nach dem Motto “Wir bleiben wegen der Kinder zusammen”. Wenn schon die eigene Beziehung nicht funktioniert, so soll wenigsten die Familie als Gemeinschaft für die Kinder funktionieren.

Das ist zwar gut gemeint, funktioniert im Alltag allerdings meist nicht so gut und erst recht nicht für die beteiligten Kinder. ​

Genau so habe ich als Kind die Beziehung meiner Eltern auch erlebt: kalt, frustriert, immer wieder Aussenbeziehungen auf beiden Seiten und viel Streit.

Beziehungskrisen werden anders gelöst.

Ich würde gerne etwas für unsere Beziehung tun, aber mein Partner macht nicht mit.

Diesen Satz höre ich leider sehr oft.

Es gibt eine sehr gute Möglichkeit, wenn Sie alleine etwas für Ihre Beziehung tun möchten.


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Meine Mutter und mein Vater waren viel mit sich selbst beschäftigt und stets darauf bedacht, möglichst viel Geld zu verdienen und nach aussen hin den Schein einer guten Ehe zu wahren.

​​So glaubten alle “wir sind eine intakte Familie”. Bei genauerem Hinsehen war jedoch das Gegenteil der Fall.

Wenn Gefühle für Stress sorgen

Oft habe ich schneller als meine Eltern gemerkt, wann der nächste Streit oder die nächste Krise bevorstehen. Dieser emotionalen Achterbahn meiner Eltern aus dem Weg zu gehen, war für mich als Kind nicht immer einfach.

So habe ich schnell gelernt, mich gegen diese Emotionen zu schützen – und baute eine Mauer um mich herum. Nach dem Motto: Keine Emotionen zu verspüren ist besser, als das Chaos ertragen zu müssen. Das aber hatte zur Folge, dass ich meine eigenen Bedürfnisse überhaupt nicht kommuniziert habe. Dadurch wurden diese natürlich auch nicht wahrgenommen, geschweige denn erfüllt.

Dieser eingeübte Schutz vor Emotionen hatte natürlich Auswirkungen auf mein ganzes Leben. Und nicht zuletzt auch auf meine Beziehungen. Das was für mich wirklich eine Rolle spielte, ließ sich ganz konkret messen: Zahlen, Daten und Fakten! Gefühle waren mir zu schwammig und daher lange Zeit quasi gar nicht vorhanden.

Von Tschechien nach Deutschland

Als ich 14 Jahre alt war, ist mein Vater dann mit mir (ohne meine Mutter) nach Deutschland ausgewandert. Ein Ereignis an das ich mich heute noch sehr gut erinnern kann. Das Ganze war logischerweise illegal, wir kamen schließlich aus der damals sozialistischen Tschechoslowakei.

Bei einer Rückkehr nach Ablauf des Visums wanderte man damals direkt ins Gefängnis – Republikflucht! Mein Vater hatte mich aber zuvor gefragt, ob ich bleiben oder gehen möchte. Falls ich zurück wollen würde, führe er mich zurück an die Grenze.

Ich war damals von mir selbst etwas überrascht, denn obwohl meine Mutter nicht da war, ich kein Wort deutsch sprach, wir das nächste halbe Jahr in einer Asylunterkunft verbringen würden, war ich froh und glücklich in Deutschland zu sein. Zurück wollte ich überhaupt nicht!

Auf der anderen Seite war mein Leben nun auch nicht gerade malerisch. Schliesslich ​befand ich mich mitten in der Pubertät und konnte kein Wort Deutsch sprechen. Was ziemlich frustrierend sein kann, wenn man gerade im besten Alter ist, um erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht zu sammeln. 

Erste Beziehungs erfahrungen

Die ersten Beziehungen, einschliesslich meiner ersten Ehe, waren sehr durch meine emotionale Zurückgezogenheit und meinen Hang zu ​nüchteren Sachlichkeit geprägt.

Ich konnte mich nicht richtig auf die jeweilige Partnerschaft einlassen. Und ich wusste auch nicht, wie ich das hätte ändern können. Mich zu schützen war anscheinend immer noch wichtiger, als mich meiner Partnerin zu öffnen.

Durch diese, von mir selbst zwar nicht ganz freiwillig, aber doch selbst gewählte Rolle, hatte ich immer das Gefühl, auch in den Beziehungen eine “Rolle spielen” zu müssen. Anstatt ganz einfach ich selbst zu sein.

Konflikte, Streit und Aussenbeziehung waren die Folge. Unbewusst habe ich wiederholt, was ich als Kind gesehen und gelernt habe. Auch wenn es natürlich nicht komplett in meiner Verantwortung lag: Nach 7 Jahren in meiner ersten Ehe haben meine damalige Frau und ich uns dann scheiden lassen, womit dieses Kapitel meines Lebens endete.

Erste Berufliche Erfahrungen

Mehrere berufliche Stationen und erste Erfahrungen in der Selbständigkeit führten mich in ganz ​unterschiedliche Bereiche. Von Gastronomie bis Finanzvertrieb war vieles dabei. Meine Situation sah nun folgendermaßen aus:

Ich war 33 Jahre alt, bereits einmal geschieden, hatte einen Sohn, einen guten Job, verdiente gutes Geld, wohnte schön und konnte zwei- bis dreimal im Jahr traumhafte Ferien genießen. Ach ja, und ich war ziemlich unglücklich.

Das irritierte mich (selbst). Ich hatte doch alles, was man – zumindest ​äusserlich – braucht. Doch irgendwie fehlte mir eine Perspektive, die mich wirklich begeisterte und in der ich einen ​echten Sinn sah.

Der vergessene Gutschein in der Schublade

Plötzlich fiel mir siedend heiß etwas ein: Vor zwei Jahren hatte mein damaliger Chef mir ein Selbsterfahrungs-Seminar zu Weihnachen geschenkt. Ich weiss noch, wie ich mich darüber tierisch aufgeregt habe.

Ein Scheck wäre mir damals tausendmal lieber gewesen. Der Geldbetrag darauf war schliesslich messbar und mir daher deutlich näher, als eine “schwammige” Erfahrung in einem Seminar.

Dieser Gutschein lag also zwei Jahre lang unangetastet in der Schublade. Und auch, wenn ich mich bei seinem Anblick immer noch etwas über meinen damaligen Chef ärgerte: Tief in mir spürte ich doch, dass so eine Selbsterfahrung für mich in diesem Moment gar nicht so schlecht sein konnte.

Je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr erschien es mir wie eine Art "letzte Chance" für mich.

Das Selbsterfahrungsseminar

Ich löste also den Gutschein ein, fuhr zum Seminar - und war überrascht: Das Wochenende war so unfassbar gut, dass es weitreichende Folgen für mich hatte. Ich weiss immer noch nicht, wie ich es heute beschreiben soll. Aber es war auf eine merkwürdige Weise so, als ob ich dort im Seminar meiner Seele begegnet bin.

Rückblickend empfinde ich die Erfahrung immer noch als unglaublich kraftvoll, emotional und inspirierend zugleich.

Damals führte das aber erst einmal dazu, dass ich noch am selben Abend meine Kündigung schrieb. Und zwar ohne den Hauch einer Ahnung, wie es für mich weitergehen sollte und mit welcher Arbeit ich in Zukunft das Geld zum Leben verdienen würde.  

Die Suche nach mir selbst ...

Zehn Monate lang war ich also erstmal ausgesprochen gründlich auf der Suche nach mir selbs. ​Dann verbrachte ich eines Tages – fast ein bisschen klischeehaft – ein Wochenende in einem Kloster und habe dort meinen Frieden gefunden: Ich bin endlich einmal zur Ruhe gekommen, konnte alle Zwänge hinter mir lassen und wirklich die Zeit für mich geniessen, die ich so dringend gebraucht habe.

Diese Erfahrung hat sich unwahrscheinlich gut angefühlt. Zurück zu Hause waren der Frieden und die Ruhe allerdings leider schnell wieder ​verschwunden. Also ​kehrte ich immer wieder für eine Zeitlang ins Kloster zurück. Ich spielte sogar tatsächlich mit dem Gedanken, für eine längere Zeit ausschliesslich im Kloster zu leben.

Und eines Tages spielte ich nicht mehr nur damit:  Ich löste mein komplettes Leben auf und bin mit einem Koffer in der Hand in das Kloster gezogen.

Endlich: Zugang zu meinen Gefühlen!

Es war eine schöne, aber gleichzeitig auch sehr intensive und tränenreiche Zeit. Alles, was ich die Jahre ​zuvor verdrängt hatte, kam nun hoch. Langsam befreite ich mich von den Mauern, die ich jahrelang um mich gebaut hatte und fühlte mich tatsächlich als lebendiges, menschliches Wesen.

Mit Gefühlen!

Nach fast drei Jahren im Kloster lernte ich dann Sara kennen. Sie suchte keinen Mann und ich suchte keine Frau. Natürlich waren wir, wie so oft in einer solchen Ausgangslage, sofort Hals über Kopf ineinander verliebt.

Und mittlerweile funktionierte das mit den Gefühlen bei mir ja auch schon deutlich besser. "Wo die Liebe hinfällt", wie man so schön sagt.

Wie sollte es weitergehen?

Ich war nun sehr hin- und hergerissen, wohin genau mein Weg mich als nächstes führen sollte. Die Entscheidung wurde mir dann per Post abgenommen: In einem Brief bat mich meine Exfrau, unseren damals sechsjährigen Sohn Daniel von jetzt an zu mir zu nehmen.

Die Botschaft, die das Leben mir ​auf diesem Weg schickte, war kaum zu übersehen: Es geht raus aus dem Kloster, Daniel braucht ein Zuhause! Der angenehme Nebeneffekt: Plötzlich war der Weg frei, eine Beziehung mit Sara einzugehen.

Diesmal konnte die Beziehung auf einem ganz anderen Fundament wachsen. Ich habe meine Gefühle nicht nur neu entdeckt, sondern erkannt, dass ich ohne meine Gefühle überhaupt nicht der Mensch bin, der ich wirklich bin. Erst wenn ich mich zu 100% zeige, kann ich von meiner Partnerin authentisch wahrgenommen und auch geliebt werden.

Der Neustart

Eines hatte ich in dieser Zeit gelernt: Gefühle sind das Wichtigste in unserem Leben! Und sie beeinflussen das Leben deutlich mehr, als es etwa unsere Gedanken tun. Eine Einsicht die mir vor meiner Zeit im Kloster völlig unverständlich gewesen wäre. Nun aber war ich auf der Suche nach einer neuen Perspektive im Beruf und im Privatleben. Mit dem “einfachen” Ziel: Glücklich ​sein.

Aber ich hatte wirklich keine Ahnung wohin mich die Reise führen wird. Ich wusste nur, dass es keine Option war, in das alte Hamsterrad zurückzukehren. Also begann ich mein Leben, meine Werte und meine Zukunftspläne neu zu ordnen.

Nach meiner Zeit im Kloster war mein Interesse an Religion natürlich geweckt. Also habe ich angefangen in Luzern Religionspädagogik zu studieren.

Der zweite Berufsweg

Danach folgten ein paar Stationen als Lehrer und Jugendarbeiter. Es war ein Schritt in die richtige Richtung, aber etwas fehlte noch. Denn im Kloster hatte ich eine meiner Fähigkeiten von mir entdeckt.

Die meisten Besucher eines Klosters suchen das Gespräch mit den Menschen, die im Kloster leben. Es waren unzählige Gespräche die ich führen durfte. Intuitiv ist es mir immer wieder gelungen die Gespräche auf wichtige Themen zu lenken, hinter die Anliegen der Menschen zu schauen und dann gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Viele Besucher kamen immer wieder zu mir und ich ​spürte, dass mich diese Aufgabe sehr erfüllt.

Diese Gespräche mit den Besuchern hatten es in sich.

Ich konnte beim Zuhören immer wieder verschiedene körperliche Reaktionen in mir wahrnehmen, mit denen ich zunächst noch wenig anfangen konnte.

Wenn ich mich aber getraut habe, diese Wahrnehmungen anzusprechen, bekamen die Gespräche plötzlich eine ganze andere, tiefere Qualität.

In dieser Zeit habe ich gelernt, auf meine Gefühle und auf meine Intuition zu vertrauen. Ich könnte plötzlich in mich hinein horchen. Das war etwas ganz Neues für mich.

Wie ich Paarberater wurde

Diese Erfahrung hat mich später zum Institut für Körperzentrierte Psychotherapie nach Zürich geführt, wo ich eine Ausbildung zum Paar- und Eheberater absolvierte. Geprägt durch die Geschichte meiner Eltern, die nur “wegen der Kinder” zusammen gelebt haben und aufgrund meiner eigenen Beziehungserfahrungen wollte ich nicht nur irgendein Coach oder Berater werden.

Ich wollte bewusst Paaren helfen, wieder eine glückliche Beziehung zu führen.

Bereits nach eineinhalb Jahren in der Ausbildung beschloss ich, eine eigene Praxis aufzumachen, die mit meiner neu gewonnenen Klarheit und mit meiner alten Leistungsfähigkeit auch überraschend schnell lief. Heute kann ich sagen: Ich liebe meinen Beruf!

Warum mache ich diesen Job so gerne?

​Ich liebe es, mit Paaren zusammen zu arbeiten. ​Es gibt nicht Schöneres als das Wiederaufblühen einer Beziehung mitzuerleben. Ich bemerkte jeden Tag, dass ich durch meine Arbeit Menschen helfen kann.

Ich wünsche mir eine Welt, in der Emotionen an erster Stelle stehen dürfen. Sie entscheiden darüber, wie wir die Welt wahrnehmen. Glücklich oder unglücklich, traurig oder fröhlich, zufrieden oder unzufrieden. Emotionen sind da, ob wir wollen oder nicht. Es liegt an uns, wie wir mit ihnen umgehen oder welche Bedeutung wir ihnen geben. Wir können sie verdrängen oder zulassen, um zu schauen auf welches Bedürfnis uns die Emotion aufmerksam machen möchte.

Der Mensch als rationales Wesen?

Gerne bezeichnen wir uns als ”rationale” Wesen, die Sachverhalte sorgfältig abwägen und dann erst entscheiden. Diese Sichtweise ist ​aus wissenschaftlicher Perspektive längst überholt. ​Emotionen sind im Vergleich zu rationalen Gedanken ungefähr dreimal so schnell in unseren Nervenbahnen unterwegs.

Emotionen sind somit schneller und beeinflussen zuerst und unmittelbar unser Handeln. Das rationale Denken versucht höchstens, die emotionale Reaktion zu erklären.

Trotzdem halten wir gerne an der Vorstellung fest, rationale Wesen zu sein. Ganz besonders auch in Beziehungen, wo das natürlich besonders selten vorkommt.

Gefühle in Beziehungen

​Wenn Menschen nun den Mut haben zu ihren Emotionen zu stehen, erhöhen sich die Chancen für eine glückliche Beziehung drastisch. Es können plötzlich echte, lebendige Beziehungen entstehen.

Beziehungen die beiden Partnern als Unterstützung dienen. Beziehungen die gut tun, weil der Partner mich als Ganzes wahrnimmt und versucht, mich zu verstehen anstatt mich zu verändern. Diese Welt, in der die Emotionen an erster Stelle stehen dürfen, stelle ich mir daher wirklich traumhaft vor. Aber diese Welt, in der Männer und Frauen Emotionen nicht unterdrücken, sondern genauer hin fühlen, darf gerne Realität werden! ​Damit sich die Welt und ihre Beziehungen verbessern.

Modellieren Sie Ihre Beziehung neu! Weil Sie es können!

Sara & Peter Michalik



​Glückliche beziehungen sind keine Glückssache!

Ihr

Peter Michalik