Flow: Was ich von meiner Tochter lernen kann

Flow: Was ich von meiner Tochter lernen kannKennen Sie das: Sie wissen nicht mehr wie viel Zeit vergangen ist, seit Sie mit der Aufgabe angefangen haben die Sie gerade tun. Sie wissen auch nicht, dass Ihre Partnerin / Ihr Partner in der Zwischenzeit einkaufen war, und dass die Kinder von der Schule heimgekommen sind. Flow, ein Zustand den die meisten Menschen kennen, beziehungsweise schon erlebt haben. Mir geht es nicht anders, doch die Häufigkeit lässt zu wünschen übrig. Warum passiert es so wenig? Und warum erlebt meine Tochter diesen Zustand jeden Tag?

 

Was ist Flow

Das ist zwar ein Selbsterfahrungsbericht, doch eine kurze Definition von Flow muss her: Als „Flow“ gilt in der Psychologie eine Erfahrung, bei der das Subjekt völlig in einer Tätigkeit aufgeht und dabei ein besonderes Glücksgefühl des Gelingens erlebt. Keine Unterforderung, keine Überforderung, sondern FLOW. So weit so gut.

Meine Tochter im Flow

Jeden Mittag dasselbe Spiel. Wir essen, räumen den Tisch ab, unser Tochter steht auf, geht zu ihrem Schrank mit Malutensilien und verschwindet im Flow. Sie malt, klebt, schneidet aus und es ist ihr völlig egal was um sie herum passiert. Nach circa 30 bis 60 Minuten taucht sie wieder auf. Der Fussboden ist mit Blättern, Malstiften und Papierschnipseln bedeckt. Sie präsentiert uns ganz stolz ihre Bilder oder was auch immer sie hergestellt hat. Aber das Entscheidende ist, sie macht einen völlig ausgeglichenen Eindruck. Sie ist erholt und kann ab sofort wieder den „Alltag“ geniessen. Ehrlich gesagt bin ich da ein wenig neidisch.

Ich im Flow

Es gibt mehrere Tätigkeiten, die mich ins Flow versetzen. Joggen, Schreiben oder wenn ich einfach etwas ums Haus herum mache, aber darum geht es mir nicht. Ich möchte auch kein besonderes Erlebnis beschreiben, dass ich erlebt habe, obwohl es da das eine oder andere Highlight gibt. Doch jeder taucht bei seinem eigenen Flow in seine eigene Welt. Und diese ist nicht reproduzierbar, an der kann man höchstens teilhaben lassen. Vielmehr frage ich mich, warum schaffe ich es nicht, wie meine Tochter, regelmässig ins Flow zu fallen?

Warum nicht öfter Flow?

Ja warum nicht, das ist hier die Frage? Zu wenig Zeit, keine Ruhe, die Kinder brauchen meine Aufmerksamkeit, der Kopf ist voll mit unerledigten Pendenzen, was muss ich noch alles im Geschäft erledigen, müssen wir wieder einkaufen, und, und, und… Ich könnte noch weiter aufzählen, doch ich will Sie nicht langweilen. Eventuell kennen Sie das alles. Tausend Gründe die dagegen sprechen. Doch halt, während ich diesen Text hier schreibe, stellt sich so etwas wie ein Gefühl von Flow ein. Wo sind denn die ganzen Widerstände hin?

Ich habe es einfach gemacht!

Was, so einfach ist das? Genau, so einfach ist das. Das zeigt mir unsere Tochter jeden Tag. Sie macht es einfach. Jeden Tag, immer wieder aufs Neue und sie fühlt sich wohl dabei. Was sie kann, kann ich doch auch, denke ich? Doch so einfach ist es dann doch nicht (der Alltag fordert seinen Tribut), aber ein bisschen Flow, als tägliche Glücksdosis, gönne ich mir ab heute jeden Tag. Das verspreche ich mir. Und ich bin davon überzeugt, dass meine Frau und meine Kinder meine gesteigerte Ausgeglichenheit schätzen werden. 🙂

Machen Sie es doch auch

Versuchen Sie es. Schenken Sie sich doch die paar Minuten täglich, Sie werden es nicht bereuen. Wenn Sie nicht wissen, was Sie ins Flow bringt, dann nehmen Sie sich ein Blatt Papier und schreiben sich auf, bei welcher Tätigkeit Sie die Zeit vergessen. Bei was sind Sie als Kind oder Jugendlicher völlig in eine andere Welt versunken? Und dann legen Sie los.

Dankeschön

Ich möchte mich ganz herzlich bei Karl Allmer bedanken. Er hat mich durch seinen Blog Lebenskünstler dazu gebracht, ein wenig Flow in mein Leben zu bringen. Danke für die Anregung und die Erkenntnis mehr, von Kindern zu lernen.

Auf diese Art und Weise sind 40 wunderbare Geschichten über das Flow entstanden. Hier zum Nachlesen.

Immer wieder werde ich von Paaren gefragt, ob es eine Möglichkeit gibt das ständige Streiten in der Beziehung zu reduzieren. Ja, die gibt es. Doch diese Möglichkeit sieht ein wenig anders aus als es die meisten Paare ​erwarten. Sie hat nichts mit Verbesserung der Kommunikation zu tun.

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Ihr

Peter Michalik


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