Midlife-Crisis: Das Beste was Ihnen passieren kann – 5 Tipps wie Sie die Chance nutzen können

Midlife-CrisisWenn von einer Midlife-Crisis gesprochen wird, zielt die Alltagsverwendung des Begriffes vor allem auf das männliche Geschlecht zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr ab.

Unzufriedenheit mit dem bisherigen beruflichen oder familiären Leben scheinen oft die Ursachen zu sein.

Der klischeehaften Vorstellung nach suchen sich einige Männer eine jüngere Freundin als „Aussenbeziehung“, fangen an exzessiv Sport zu treiben, trennen sich von der Ehefrau, lassen sie mit zwei Kindern sitzen, kaufen sich einen Sportwagen, gehen in die angesagten Clubs und verbringen dort tanzend die Nächte.

Soweit das weit verbreitete Klischee.

Doch eine Frage bleibt:

Handeln wirklich Männer und auch Frauen in der Midlife-Crisis nach diesem Muster?

Oder läuft es ganz anders ab?

Eine Beobachtung aus meiner Praxis.

 

Wie ist es wirklich?

Bei der Beobachtung der Paare, die im besagten Alter (35-50 Jahre) in meine Praxis kommen und den Begriff „Midlife-Crisis“ verwenden, ergibt sich folgendes Bild:

 

  • Es sind Männer wie Frauen, die den Begriff „Midlife-Crisis“ für sich oder den Zustand Ihres Partners / Ihrer Partnerin verwenden.
  • Sie sind seit 10 und mehr Jahren zusammen.
  • Sie haben Kinder, die in der Pubertät sind und in den nächsten Jahren das Haus wahrscheinlich verlassen werden.
  • Die bisherige Beziehung war geprägt durch Bewältigung der Kindererziehung, finanziell über die Runden kommen und evtl. Hausbau.
  • Beide Partner haben oft ihre eigenen Interessen in den Hintergrund gestellt, um die familiären Ziele zu erreichen.
  • Sie haben als Elternpaar sehr gut funktioniert und die elterlichen und beruflichen Aufgaben gut oder sogar sehr gut gemeistert.
  • Sie sind mit der Beziehung seit längerer Zeit unzufrieden und unglücklich.
  • Einer der Partner hat gesagt, entweder wir holen uns jetzt Hilfe oder wir trennen uns.

Soweit so gut.

Aber was ist eigentlich passiert?

Die meisten Paare haben Ihre Verantwortung für die Familie, die sie gegründet haben sehr bewusst wahrgenommen.

Die neuen Aufgaben als Eltern fordern viele Ressourcen.

Die Freizeitgestaltung und die soziale Vernetzung werden den Familienbedürfnissen angepasst, für die eigenen Bedürfnisse ist oft kein Platz da.

Neue soziale Kontakte werden nicht mehr geknüpft, denn die verfügbare Zeit reicht kaum die alten Freundschaften zu pflegen.

Der Familienalltag, Organisation aller Termine, erhöhte finanzielle Bedürfnisse und berufliche Verpflichtungen tragen dazu bei, dass die Beziehung oft nicht von Leidenschaft, Liebe und Wertschätzung geprägt ist.

Paare sagen sogar:

„Wir verstehen uns gut, bewältigen alle Aufgaben, aber als Paar haben wir uns auseinander gelebt.“

oder

„Wir sind ein super Team, nur nicht in der Liebe.“

Viele Paare arrangieren sich und leben wie in einer Wohngemeinschaft oder wie Bruder und Schwester.

Was über Jahre gut funktioniert hat und scheinbar nicht besser bewältigt werden kann, wird nach dem Wegfall der Aufgabe, für die Kinder zu sorgen, zu einer neuen Herausforderung.

Dann folgt das Erwachen

Es ist absehbar, dass die Kinder in den nächsten Jahren nicht mehr die volle Aufmerksamkeit brauchen und eventuell bald auf eigenen Füssen stehen werden.

Das ist meiner Erfahrung nach der Zeitpunkt an dem einige merken, dass sie die letzten Jahre nur noch in einer (Eltern) Rolle verbracht haben, ihre eigenen Bedürfnisse zurück gesteckt oder ganz geopfert haben.

Ausgelöst durch weitere Faktoren wie z.B. körperliche Veränderungen kommt es zu einer kritischen Reflexion des bisherigen Lebens.

Das vorgeschrittene Alter, die eigenen Träume, die nicht gelebt wurden und Unzufriedenheit in der Beziehung.

Dazu kommt mangelnde Nähe, dadurch wenig bis keine Sexualität und einige andere Faktoren mehr, die dazu beitragen, dass die Frage nach dem:

„Wer bin ich?“

und

„Was ist mit meinem Leben, mit meinen Träumen passiert?“

gestellt werden.

Dabei hat doch alles so schön angefangen und war genau so, wie man sich das gewünscht hat:

Liebe, Leidenschaft, Wertschätzung, Nähe, Zärtlichkeit, …

..und dann?

Ja, die Welt und das Leben haben viel zu bieten.

Karriere, Haus, Hobbys, Kinder,…

Wenn man es dann auch noch verpasst, im Laufe der Zeit über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse nachzudenken, über diese auch zu sprechen und sich diese gegenseitig zu ermöglichen, wacht man eines Tages auf und versteht die Welt nicht mehr.

Wo ist das Leben, dass ich mir vorgestellt habe geblieben?

Wo sind meine Wünsche und Träume hin?

Wo bin ich?

Die eigene Sinnkrise wird oft zu einer heftigen Beziehungskrise.

Die Midlife-Crisis ist da!

Der Fokus eines Partners wird nun in der Regel nicht mehr auf das funktionierende Familienleben sondern auf das eigene Leben und auf die Qualität der Beziehung gerichtet.

Das „Sich-arrangiert-haben“ reicht nicht mehr.

Der bewährte Alltag gerät durcheinander.

Mann oder Frau fangen an sich zu verändern:

Ausgehen, Sport, neue Hobbys, neuer Kleiderstil und Frisur sind oft nur der Anfang.

Aussehen, Geld, Sex und Genuss werden wichtiger.

Die Hoffnung das Verpasste nachzuholen ist enorm.

Ganz nach dem Motto:

Da war doch früher etwas und es hat sich gut angefühlt. Lassen wir es wieder aufleben.

Kommentare wie:

„Mein Mann / meine Frau spinnt und will sich jetzt selbstverwirklichen“

und

„Er / sie ist in der Midlife-Crisis!“

sind die hilflose Reaktion auf das neue Verhalten.

Die Bemühungen das Vepasste auf diese Art und Weise nachzuholen sind für Aussenstehende teilweise lächerlich.

Und kaum zu ertragen.

Sie und ich wissen aber ganz genau, dass es so nicht funktioniert.

Die Betroffenen (die in der Midlife -Crisis) versuchen es trotzdem.

Wie gesagt die Hoffnung stibt zuletzt.

Diese Zeit ist eine enorme Belastungsprobe für die Beziehung.

Wut, Enttäuschung, Verletzungen, Ohnmacht, Streit und Trennungsgedanken sind an der Tagesordnung.

Wenn Sie erfahren möchten, welche Möglichkeiten es tatsächlich gibt, diese Krise zu bewältigen und dadurch eine neue Beziehung eine neue Liebe zu entfachen, dann klicken Sie hier.

Ich glaube die grösste Enttäuschung für die Betroffenen ist es zu merken, dass sie teilweise jahrelang eine Rolle eingenommen haben, die sie sich so nicht vorgestellt haben.

Auf die Dauer eine Rolle einzunehmen, die nicht die eigene ist, bedeutet das Aufgeben der eigenen Selbstbestimmung.

Wenn man eine Rolle lange genug gespielt hat, wird es immer schwieriger aus dieser Rolle rauszukommen ohne den Partner / die Partnerin vor den Kopf zu stossen.

Schwierig wird es auch, wenn die Rolle und das tatsächliche Ich sich anfangen zu vermischen.

Das ist Irritation pur, für sich selbst und den Partner.

Die Folge ist oft Unzufriedenheit mit sich selbst und dem Partner.

Der nächste Schritt in der „Midlife-Crisis“

Einige Paare trennen sich in dieser Phase der Beziehung.

Die Gründe dafür sind so unterschiedlich wie die Paare selber.

Es ist auch einfacher, oder?

So muss Mann und Frau nicht wirklich hinschauen und bei sich selber oder an den Umständen etwas verändern.

Die Party kann weiter gehen. Die Frage ist nur wie lange?

Viele Paare nehmen aber diese Herausforderung an und stellen sich der Krise.

Auch wenn die Initiative in einigen Fällen nur von einem der Partner ausgeht, der die treibende Kraft ist.

Wichtig ist nur, dass sich das Paar diese CHANCE nicht entgehen lässt. Ich spreche hier bewusst von CHANCE und nicht von Krise.

Denn die Situation bietet tatsächlich eine Chance sich als Paar aber auch als Individuum wieder zu finden. Und diese Chance kommt nicht so schnell wieder.

Jetzt übertreibt er, völlig.

Ich übertreibe nicht!

Es gibt genau zwei Möglichkeiten. Entweder Sie verpassen die Chance und machen weiter wie bisher, oder Sie nutzen die Chance und schauen hin.

Mehr gibt es danicht zu sagen.

Wichtig ist es, aus den, teilweise vielleicht liebgewordenen Rollen, die Sie mit der Zeit in der Beziehung eingenommen haben, auszubrechen und bewusst viel Energie in sich und in die Paarbeziehung zu investieren.

Selbstbestimmt statt fremdbestimmt

Auch wenn es in der „Midlife-Crisis“ sehr chaotisch, emotional und eventuell auch schmerzhaft werden kann, ist es der Mühe wert.

Die Chance und die Aussicht ein selbstbestimmtes Leben zu führen, stehen sehr gut.

Nach dem Gewitter ist die Luft weider klar. Ist eine schöne Methaper dafür.

Scheuen Sie sich nicht, ob als Paar oder alleine, sich externe, professionelle Hilfe zu holen, die Ihnen hilft, den neuen Weg zu finden.

Es ist nur eine Krise und somit auch eine Chance sich neu zu entdecken.

Eine Chance Ihren Partner und Ihre Beziehung neu zu entdecken und aktiv so zu gestalten, dass Glück, Liebe und Wertschätzung die Hauptrolle in Ihrer wertvollen Beziehung spielen.

Sie können Ihre Zukunft neu modellieren. Ist es nicht grossartig?

Beobachtungen in unserer Beratungspraxis haben gezeigt, dass es Vorgehensweisen gibt, die glückliche Paare in solchen Situationen gezielt anwenden.

Wenn auch Sie eine Lösung haben möchten die wirklich funktioniert, dann tragen Sie sich in die Warteliste für den Kurs ein, der genau diese Probleme löst. Hier klicken und eintragen.

 


„Midlife-Crisis“ – Meine 5 Tipps für Sie:

1.

Werten Sie die kritisch, selbstreflexive Phase Ihres Partners / Ihrer Partnerin nicht ab sondern stellen Sie sich aktiv dieser Auseinandersetzung.

Je mehr Sie dies vermeiden möchten umso grösser ist die Gefahr, dass Sie sich als Paar distanzieren.

Je mehr Bereitschaft Sie zeigen, Ihrem Partner zuzuhören und zu erfahren, welche Fragen sich stellen und welche Bedürfnisse aufkommen umso mehr können Sie gegenseitiges Verständnis entwickeln und zusammen einen neuen Weg gehen.

(8 Tipps für eine attraktive Partnerschaft)


Unglücklich in der Beziehung II

2.

Achten Sie darauf, dass der Fokus nicht nur auf dem vermeintlich Negativen liegt sondern sprechen Sie auch darüber, was Sie alles gut gemeistert haben und was Sie verbindet.

Der Artikel: Fragen zum Kennenlerenen – wie gut kennen Sie Ihren Partner, kann Sie dabei unterstützen.

Midlife-crisis

3.

Begleiten Sie sich gegenseitig in dieser kritischen Lebenssituation.

Nehmen Sie die möglichen Ängste (vor dem Alter, vor Verlusten,…) des Partners ernst.

4.

Unternehmen Sie gemeinsam so viel Zeit wie möglich.

Leben Sie das Leben aktiv und bewusst.

Seien Sie auch offen gegenüber neuen Freizeitbeschäftigungen oder sexuellen Erfahrungen.

Sie sind nur so alt wie Sie sich fühlen!

Midlife-crisis

5.

Lassen Sie dem Partner auch Freiraum.

Machen Sie dem Partner deutlich, dass Sie ihm vertrauen und Verständnis dafür haben, dass es individuelle Bedürfnisse (z.B. für Freizeitbeschäftigungen, Weiterbildungen,…) gibt.

Sichern Sie sich aber gegenseitig zu, dass Sie immer miteinander im Gespräch bleiben und über wichtige Entwicklungsschritte austauschen.

Ein wichtiger Punkt ist: Das sich selbst lieben, wieder zu lernen.

Wie das geht steht in diesem Artikel. Sich selbst lieben lernen ist die Grundlage einer jeden LiebesbeziehungMidlife-crisis


Ihre

Sara und Peter Michalik


Foto: © lassedesignen – Fotolia.com

* Afffiliate Link

 

1 Antwort
  1. David Goebel
    David Goebel sagte:

    Hallo und Danke für diese Umdeutung.
    Denn in jeder Krise steckt eine Chance.

    Ich hatte meine Mid-Life-Krise bereits mit 33, als unser Sohn geboren wurde. Beziehungsweise es war eine Sinnkrise. Oder noch besser, ein Weckruf.

    Ab da habe ich mich nämlich wirklich gefragt, ob ich mein Leben mit Sinn fülle. Und ob ich das, was ich beruflich mache, so weitermachen möchte. Die Antwort war nein. Aber damals kannte ich noch keine Alternative.

    Und erst über mehrere Jahre habe ich Schicht für Schicht meiner alten Konditionierungen abgelegen können und bin jetzt dabei, mein Traumleben zu erschaffen. MIT der gleichen Frau und mittlerweile 2 Jungs. Als Vorbild für ein selbstbestimmtes und freies Leben.

    Viele Grüße,
    David

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