Perfekte Beziehung – Liebe die Macken am Anderen. Sie sind auch deine!

Manchmal ist es so mit der Liebe: Wir verlieben uns in einen waghalsigen Weltenbummler. Und murren irgendwann über sein Reisebudget. Oder sind hingerissen von der zielstrebigen Studentin.

Doch später konkurriert ihr beruflicher Ehrgeiz mit der Familienplanung. – Wie kommt es, dass das, was uns einst verzauberte in der Reifephase einer Liebesbeziehung für Frust sorgt? Und vor allem: was hat das mit uns selber zu tun?

Es waren seine Abenteuerlust, seine Spontanität und sein freakiger VW-Bus. Damit hat Rasmus vor fast 20 Jahren Sara’s Herz im Wirbelsturm erobert. Seine Leichtigkeit und das Verrücktsein ließ sie ganz neue Seiten an sich entdecken.

Sara hatte bis dahin den Westerwald und die Ostsee gekannt, wollte wie ihr Vater Lehrerin werden. Rasmus fühlte sich gleich bei Sara „zuhause“; angekommen irgendwie. Ihre Klarheit und Zielstrebigkeit halfen ihm, sich zu sortieren, das Kunststudium endlich zu Ende zu bringen.

Und ihm gefiel, dass sie mit ihm reiste und dafür sorgte, dass die Reisekasse bis zur Rückkehr aushielt. Und während sie die Routen verlässlich plante, konnte er auf Fotosafari gehen.

Gegensätze ziehen sich an. Heißt es. Wie zwei Hälften, die ein Ganzes ergeben.

Sara liebt ihren Rasmus. Irgendwie. Doch sie war irgendwann genervt von seinem Egoismus.

Rasmus liebt seine Sara. Immer noch. Doch er fühlte sich zunehmend eingeengt.

Die beiden hätten sich womöglich verloren, wenn sie nicht etwas Wesentliches begriffen hätten!

Was ist passiert?

Wir verurteilen am Anderen nur uns selbst

Lass mich ganz kurz mit etwas Theorie beginnen: Das sogenannte Riemann-Thomann-Modell beschreibt Grundausrichtungen des Menschen, die einen direkten Einfluss auf sein Kommunikations- und Beziehungsverhalten haben.

Diese haben ihren Ursprung in Ängsten und manifestieren sich in Werten. Friedemann Schulz-von-Thun (ein sehr anerkannter Kommunikationspsychologe) nennt die Grundausrichtungen „Himmelsrichtungen der Seele“.


Konkret: Jemand tendiert eher zu Beständigkeit als zu Spontanität um sich wohl zu fühlen und ist im Kontakt mit Anderen sehr nah und weniger abgrenzend. Also ein Nähe liebender Beziehungsmensch wie Sara.

Ihre Wertvorstellung lautet: Wer wirklich liebt ist zur Ehe bereit. Durch Rasmus‘ Haltung, sich in Beziehungen eher freigeistig und unverbindlicher zu zeigen, fühlt sie sich oft verunsichert. Auch wertete sie seine Haltung eher ab (Wer sein eigenes Ding machen will, liebt nicht wirklich).

Gleichwohl fand sie seinen Freigeist schon damals ungeheuer anziehend und faszinierend; er weckt eine tiefe Sehnsucht in ihr. Rasmus hat scheinbar ihre Angst vor Selbstwerdung überwunden, daher geht sie damit in Resonanz.

Spinnen wir den Faden weiter: Sara fand Rasmus‘ Reiselust toll, solange er mit ihr zusammenreiste.

Und sie wünschte sich nach ein paar Jahren sehnlichst einen Heiratsantrag. Beides sichert und bestätigt in ihrer Wertewelt eine Liebesverbindung. Sie äusserte erst versteckt ihre Wünsche, hat dann deutliche Zeichen gesetzt.

Und oft still geweint, wenn er wieder mal ein Wochenende ohne sie mit seinem VW-Bus losfuhr. Je länger der Freigeist Rasmus den Heiratsantrag hinauszögerte (er wollte ja irgendwann mal heiraten, aber das Fordern war unangenehm und die Entscheidung sowie der Zeitpunkt sollten ihm entsprechen), desto stärker wurde Sara’s Wunsch nach Verschmelzung, je größer die Angst vor seinen Alleingängen.

Aber genau die brauchte Rasmus in dieser schwierigen Phase noch mehr als sonst.

Friedemann Schulz-von-Thun hat diese Wirkmechanismen, dieses Dilemma, im sogenannten Werte-und-Entwicklungsquadrat schön visualisiert. Und so sieht das bei Sara und Rasmus aus:

Fast hätten die zwei sich noch mehr voneinander weg bewegt. Denn das passiert in Konfliktsituationen – das eigene Grundbedürfnis verstärkt sich und sein Gegenteil wird als Unwert abgestempelt (Du klammerst/Du denkst nur an dich).

Doch auf einem gemeinsamen Roadtrip durch Frankreich schummelte sich Nachwuchs ein.

Was uns die Macken des Anderen „lehren“

Eine ganze Weile wurden diese Minenfelder dann vom Wachsen und Gedeihen der Familie, dem Entwickeln der Karrieren und dem Alltagsmanagement überlagert. Mal krachte es deshalb; die beiden fanden aber immer wieder gut zusammen.

Das gemeinsame Reisen, auch mit 3 Kindern später, bescherte ihnen immer wieder Leichtigkeit und ihre Verbindung aus unbeschwerten Zeiten. In der Auseinandersetzung miteinander fingen sie Stück für Stück an zu verstehen, dass die „Macken“ des Anderen tatsächlich offenbaren, was sie vor vielen Jahren so anziehend fanden.

Und dass sie ein Zeichen sind für genau die Wesenszüge, in denen sie jeweils selber so ungeübt sind.

Rasmus beispielsweise will seine Bedürfnisse nach Auszeiten ohne Sara und die Kids künftig akzeptabler einfädeln. Und akzeptieren, dass Sara, die an den Wochenenden oft Klausuren korrigieren muss, nicht immer spontan wegfahren kann.

Deswegen ist sie nicht die Unspontane, die immer alles planen muss, sondern die Verantwortungsbewusste, die planen möchte.

Er bemüht sich auch darum, mit ihr gemeinsam ein passendes Wochenende zu vereinbaren, statt fast trotzig allein in den VW-Bus zu steigen. Sara dagegen findet Gefallen daran, mit ihren Sportfreunden einmal im Jahr eine Woche ohne Rasmus und die Kinder zu verreisen.

Und sie unterstellt Rasmus nicht mehr, er würde alleine verreisen wollen und andere Entscheidungen im Alleingang treffen, weil sie ihm nicht wertvoll sei. Vielmehr betrachtet sie seine überraschenden Einfälle als Lebenskunst.


zum Weiterlesen:

Wir passen nicht zusammen! Jedoch: Gegensätze ziehen sich an – Ein Dilemma vieler Beziehungen, denn Gleich und Gleich gesellt sich gern, wäre einfacher!


Sehen, was gut läuft. Und mehr davon!

Die Macken des Anderen sind oft Stärken, die wir selber nicht haben. Zumindest in weniger ausgeprägter Form.

Erst wenn wir das begreifen, werden Gegensätze zu einem nährenden Ganzen. Im Falle von Sara und Rasmus läuft das mittlerweile so:

Rasmus schätzt und liebt Saras Engagement, die Familie immer wieder zusammenzubringen. Jetzt, da zwei der drei Kinder schon andernorts studieren, organisiert sie regelmäßige Treffen zum Kochen und Quatschen.

Und einmal im Jahr verreisen sogar alle zusammen. Ihr Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit schweißt die Familie zusammen.

Und Sara lässt sich inzwischen gerne von Rasmus zu spontanen Städtetrips motivieren (als erfahrene Lehrerin braucht sie mittlerweile weniger Zeit) und freut sich an seinen fantastischen Fotos, die er dann rege mit den Kindern teilt.

Wenn sie keine Lust hat, dann ist er nicht böse. Er fährt auch mal ohne sie, während sie mit ihren Freundinnen oder Kids gemütliche Verabredungen an dem Wochenende trifft.

Eine reife Liebe braucht Disziplin und Tanz

Die zwei in dieser Geschichte, die nur halbwegs erfunden ist, haben gute Chancen miteinander steinalt zu werden.

Jetzt beginnt ihre Phase des Aufblühens, des Erwachens und Enstaubens. Denn die Karrieren sind etabliert, die Kinder fast aus dem Haus. Sie werden quasi zurückgeworfen auf ihre Paarbeziehung.

Da zeigt sich, was das gemeinsame Fundament ist, was man darauf aufgebaut hat und welchen Wert es tatsächlich hat.

Es ist spannend auf die Frage „Was ist es, das mich damals an dir so begeistert hat“ Antworten zu finden. Und ist es nicht fast wieder aufregend, sich nochmals die gemeinsame Zukunft auszumalen?

Die, die noch bleibt. Ohne Kinder im Haus. In einem fertigen Haus oder einer zu großen Wohnung. Wie will man seine Abende, die ruhigen Sonntage und Urlaube verbringen?

Und welche Rolle möchte man füreinander spielen? Kennt man sich wirklich in- und auswendig oder glaubt es nur? Wie kommt das Staunen übereinander zurück?

Beziehung und Liebe, die einen Selbstzweck haben, die sein dürfen und nicht „mehr müssen“ (viele halten zusammen der Kinder oder der gemeinsamen Firma wegen zum Beispiel), braucht Pflege. Und Spielerisches.

Das ist eine Entscheidung, die zwei Menschen treffen, sich miteinander und umeinander zu kümmern.

Verbindlich.

Selbstbestimmt.

Sara mag das inzwischen – freier zu sein. Und Rasmus mag dieses Gefühl der Verbundenheit mit seiner Sara. Meistens können sie die Macken des Anderen anlächeln. Das ist doch was!

Wie geht ihr mit euren Macken um? Was habt ihr voneinander übereinander gelernt? Ich bin gespannt auf eure Geschichten.


amazingtimesDie Autorin

Cornelia Katinka Lütge ist seit über 10 Jahren Business und Karriere Coach, Schreiberin bei ohfamoos.com, seit gut 20 Jahren mit dem Vater ihrer zwei pubertierenden Töchter zusammen.

Verheiratet ist sie so: Sie versucht sich immer aufs Neue, lacht und streitet stets für die große Hoffnung: für immer! Sie beobachtet das Leben und die Menschen darin intensiv, zieht inspirierende Schlüsse daraus und versucht stets, jedem Tag das Beste abzugewinnen.

Jüngst brachte sie mit AMAZING TIMES eine Herzenssache in die Welt. Gemeinsam mit ihrem Coach-Kollegen, einer Fotografin und Köchin veranstaltet sie Retreats für mehr vom ich und wir. Dort widmen Paare, Frauen und Singles in der Lebensmitte sich ihrem inneren Kompass. Die kommende März-Auszeit für gestandene Paare steht unterm dem guten Stern: „Kommt als Paar, geht als Lovers“.

Willkommen, sehr herzlich, im wunderschönen Gutshaus Lexow in Mecklenburg Vorpommern!


PS: Glückliche Beziehungen sind keine Glückssache!

Foto: Unsplash: Taylor I. Spurgeon und Pablo Heimplatz, privat

Konflikte im Urlaub? Diese 5 Tipps helfen weiter!

Konflikte im UrlaubSo schön und wohltuend ein Urlaub mit dem Partner sein kann, so sehr können Konflikte im Urlaub belastend sein. Wie Sie Konflikte im Urlaub lösen und für gute Stimmung sorgen können, erfahren Sie von Dr. Judith Gastner, Psychotherapeutin aus München und Mitbegründerin des Online-Coachings PaarBalance (www.paarbalance.de).

 

Wo geht es hin? An den Strand, in die Berge oder soll es doch der Städtetrip mit Einkaufsbummel und schicken Restaurants sein? Wie viel geben wir aus? Wann fahren wir los zum Flughafen? Wer hat die Reisedokumente? Mensch, muss ich mich denn um alles alleine kümmern!?

Bereits im Vorfeld einer Reise können alle möglichen Konfliktherde entstehen. Nicht selten beginnt der von beiden Partnern langersehnte Urlaub in gereizter Stimmung.

Vor Ort warten weitere Herausforderungen: Während im Alltag häufig relativ klar definiert ist, wie bestimmte Tage ablaufen und welche Aktivitäten auf dem Programm stehen, ist im Urlaub das Tagesprogramm noch offen.

Für viele Paare Segen und Fluch zugleich: Auf der einen Seite entflieht man endlich dem Alltagsstress und kann in den Tag hineinleben, auf der anderen Seite stellt man eventuell fest, dass der Partner nicht an dem gleichen Tagesprogramm interessiert ist wie man selbst.

Gemeinsame Entscheidungen zu treffen ist auf einmal gar nicht so leicht.

Folgende fünf Tipps können Ihnen helfen, die Konflikte im Urlaub zu entspannen und konstruktiv zu lösen.

  1. Schrauben Sie Ihre Ansprüche herunter

Eine häufige Erwartung ist, dass im Urlaub automatisch „alles gut“ wird. Alle vorherigen Probleme lösen sich bei einem ausgedehnten Strandspaziergang, einem romantischen Abendessen oder dem gemeinsamen Blick in’s Tal. Natürlich tragen schöne Aktivitäten dazu bei, dass sich die Atmosphäre in einer Beziehung verbessert und sind daher sehr wichtig. Schlechte Stimmung kann sich jedoch auch am schönsten Fleck der Erde breit machen, wenn hohe Erwartungen enttäuscht werden: „Jetzt schau uns nur an: Sogar im Urlaub streiten wir! So weit ist es inzwischen schon mit uns gekommen!“.

Versuchen Sie, aus unterschiedlichen Wünschen kein Drama zu machen, sondern realistisch zu bleiben: „Auch im Urlaub kann es vorkommen, dass wir mal genervt sind oder verschiedene Bedürfnisse haben.“ Und seien Sie sich sicher – mit Streit im Urlaub sind Sie nicht allein.

  1. Reden Sie nicht über das, was sie stört, sondern darüber, wie ein Kompromiss aussehen könnte

Konflikte werden meist dann groß, wenn sich die Partner gegenseitig mit Vorwürfen überschütten. Irgendetwas passt gerade nicht für Sie? Dann werden Sie gemeinsam mit Ihrem Partner kreativ und suchen Sie nach einem guten Kompromiss! Dabei ist es hilfreich sich bewusst zu machen: Ein Kompromiss ist dann gut, wenn beide das Gefühl haben, in etwa gleich stark zurückzustecken.

  1. Seien Sie großzügig mit Ihrem Partner

Ganz nach dem Motto „Wie du mir, so ich dir“ kann sich schnell ein Machtkampf entwickeln, bei dem beide Partner versuchen, Ihre eigenen Wünsche durchzusetzen und nicht mehr offen für die Bedürfnisse des anderen sind. „Warum sollte ich jetzt diese blöde Wanderung mitmachen, wo er doch gestern nicht mit zum Bummeln wollte?“.

Steigen Sie aus dem Teufelskreis aus. Machen Sie den ersten Schritt auf Ihren Partner zu – vermutlich werden Sie überrascht sein, wie schnell Ihr Partner plötzlich bereit ist, auch wieder mehr auf Ihre Wünsche einzugehen. Mehr dazu finden sie auch im Artikel: Helfen Sie Ihrem Partner, so zu werden, wie er gerne wäre

  1. Seien Sie pragmatisch!

Oft helfen die handfesten Lösungen am besten. Schreiben Sie beide z.B. im Vorfeld des Urlaubs fünf Dinge auf, die jeder von Ihnen gerne zusammen mit dem anderen machen würde. Einigen Sie sich darauf, die jeweils gleiche Anzahl von Vorschlägen auf beiden Listen umzusetzen.

Ebenso können Sie es bei den Reisezielen handhaben: Jeder bringt drei Vorschläge ein und drei, die nicht für ihn in Frage kommen. Häufig stellen Paare fest, dass die Vorstellungen gar nicht so weit auseinanderliegen.

  1. Man muss nicht alles gemeinsam machen

Sie stellen fest, dass Sie sich bei gewissen Punkten so gar nicht einig werden? Sie wollen am Strand Beachvolleyball spielen und Ihr Partner möchte einen Kochkurs besuchen? Sprechen Sie über die Möglichkeit, dass auch im Urlaub beide ab und zu alleine machen können, was sie möchten. Manchmal tun ein paar Stunden Abstand, in denen jeder ohne Kompromiss genau seinen eigenen Bedürfnissen nachgeht, der Beziehung viel besser als ein gemeinsamer Nachmittag, an dem keiner so wirklich machen konnte, was er wollte.

Außerdem können Sie Ihrem Partner abends erzählen, was Sie ohne ihn erlebt haben.

Weitere Expertentipps und Kontaktdaten von Dr. Judith Gastner und Prof. Dr. Ludwig Schindler finden Sie unter paarbalance.de.

 

Tun Sie Ihrer Beziehung etwas Gutes!


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Was ist PaarBalance?

PaarBalance ist ein innovatives Online-Coaching zur Verbesserung der Beziehungsqualität. Das wissenschaftlich fundierte Programm wurde von den Beziehungsexperten Prof. Dr. Ludwig Schindler und Dr. Judith Gastner entwickelt und steht seit 2017 in der jetzigen Form zur Verfügung. In 18 interaktiven Sitzungen mit Coaching-Videos, Übungen und konkreten Tipps (ca. 20 Minuten pro Thema) erfahren Sie, wie Sie ab sofort Missverständnisse vermeiden, Konflikte lösen und Gemeinsamkeiten stärken können. Das Programm ist wissenschaftlich fundiert. Positive Veränderungen sind schnell spürbar. Das Besondere dabei: Sie können das Programm zu zweit oder alleine durchführen, sind zeitlich und örtlich flexibel und können das Tempo selbst bestimmen!

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Wer steht hinter PaarBalance

Judith GastnerDie Diplom-Psychologin, Psychotherapeutin und Pädagogin Dr. Judith Gastner blickt auf eine langjährige Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der TU München zurück. Heute arbeitet Judith Gastner in eigener Praxis als kognitive Verhaltenstherapeutin und Coach. Die Beratung von Einzelpersonen und Paaren in den Bereichen Beziehungsanbahnung, Partnerschaftsgestaltung, Sexualität, Krisenbewältigung und Trennungsverarbeitung gehört zu einem ihrer Behandlungsschwerpunkte.

 

Prof. Dr. Ludwig SchindlerDer Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Prof. Dr. Ludwig Schindler gehört zu den führenden Experten im Bereich Paartherapie im deutschsprachigen Raum. Er ist Verfasser von zahlreichen Publikationen auf diesem Gebiet. Während seiner langjährigen Tätigkeit am Max-Planck-Institut in München forschte er intensiv rund um das Thema Partnerschaft und Beziehungszufriedenheit. Seit mehr als 30 Jahren gibt Herr Prof. Dr. Schindler Fortbildungsveranstaltungen, Seminare und Supervision zum Thema Paartherapie – Paarcoaching – Partnerschaft, sowohl im Rahmen seiner apl. Professur an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg als auch an anderen Fort- und Weiterbildungseinrichtungen. Er führt eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Lehrpraxis in München, wobei einer der Schwerpunkte auch hier im Bereich Paartherapie und Beziehungscoaching liegt.

Der einfachste Beziehungstipp überhaupt

 

Ich lese als Paarberater viele Artikel, Bücher und Studien über Paarbeziehungen um up to date zu bleiben, selber einen Beziehungstipp zu bekommen und weil es mich wirklich interessiert, was die Wissenschaft zum Thema Paarbeziehung an Erkenntnissen zu Tage bringt.

 

 

Doch heute war es anders als sonst. Beim Lesen einer Studie (Der Link zur Studie ist weiter unten), die wirklich interessante Erkenntnisse aus der Paarforschung beschreibt, habe ich mich über einen Kommentar, der unter der Studie stand, wirklich aufgeregt.

Es war weniger der Inhalt des Kommentars, es war vielmehr die Intention der Schreiberin des Kommentars, die bei mir mehr als ein Unverständnis auslöste.

Doch bevor ich darüber berichte, worüber ich mich aufgeregt habe, hier drei interessante Erkenntnisse aus der Studie.

  1. 41% der Partner in langjährigen Beziehungen sind sehr unzufrieden.
  2. Bei den über 40-Jährigen ist die Scheidungsrate am höchsten.
  3. Schuld an den vielen Trennungen ist zu 80% die Kommunikationsunfähigkeit der Männer. Das sagen die befragten Frauen.

Hier geht’s zum Bericht über die Studie:

Nun aber zum erwähnten Kommentar. Dieser war nicht irgendwie deplatziert oder rassistisch, das war überhaupt nicht der Fall. Die Kommentarschreiberin hat nur ihren Unmut über eine weitere Studie bzw. über das Buch, das man aus dieser Studie gemacht hat, ausgedrückt.

Sinngemäss stand im Kommentar folgendes:

Warum muss es wieder ein neues Buch (Studie) über Paare geben, jedes Paar kann doch selber ein eigenes Buch über Beziehungen schreiben. Wer braucht den noch weitere Beziehungstipps. Wir wissen doch alle, was zu tun ist.

Genau das ist doch der springende Punkt!

Das Wissen allein reicht leider für eine glückliche Beziehung nicht aus.

Das Wissen allein reicht kaum je zu etwas. Oder haben Sie schon mal mehr Sport gemacht, nur weil Sie wussten das Studien belegen, dass Sie es Ihrer Gesundheit zu liebe tun sollen?

Oder haben Sie Ihre Ernährung umgestellt, nur weil Sie wussten, dass Sie es tun sollen? Oder weniger Zeit auf Facebook verbracht, obwohl Sie wissen, dass es sinnvoller wäre?

Ich wüsste noch vieles, was ich tun oder verändern möchte, wo ich mich verbessern könnte oder effizienter sein könnte, doch oft tue ich es leider nicht. Obwohl ich weiss, dass es gut für meinen Körper und für meine Gesundheit wäre.

Wissen allein ist nicht ausreichend. Auch wenn es noch so klare Facts sind, noch so erschreckende Ergebnisse – nur aufgrund von dem, dass ich es weiss, ändert sich noch gar nichts.

Nur das Tun kann etwas verändern.

Das beste Beispiel dafür sind die Paarberater. Also die Profis was Beziehungen anbelangt. Und ob Sie es glauben oder nicht, die Scheidungsrate bei den Paarberatern ist genau so hoch, wie in der restlichen Bevölkerung.

Man könnte davon ausgehen, dass Paarberater wissen, was sie tun müssen um eine glückliche Beziehung zu führen. Und wahrscheinlich wissen Sie es auch, aber es reicht leider nicht aus. Es braucht etwas mehr.

Genau so kommen viele Paare zu mir in die Praxis und diese Paare wissen ganz genau, was sie nicht tun sollten oder wovon sie etwas mehr tun sollten, um ihre Beziehung zum Positiven zu verändern. Aber sie tun es nicht.

Noch einmal: Nur das Wissen allein reicht leider noch nicht aus.

Das ist der Grund, warum ich mich über den Kommentar aufgeregt habe.

Mein Job als Paarberater ist es nicht den Paaren zu erzählen, was gut für ihre Beziehung wäre oder sie tun sollten. Das weiss jedes Paar in der Regel selber gut genug. Wissen ist heute überall abrufbar und für niemanden mehr ein Geheimnis.

Mein Job als Paarberater ist es den Paaren zu helfen, dass sie das was sie wissen auch umzusetzen. Wie ein Coach bei Profisportlern. Oder kennen Sie einen Profisportler der ohne einen Trainer erfolgreich ist?

Und ich wette mit Ihnen, jeder Sportler auf dieser Welt weiss, was er tun muss, um erfolgreich zu werden. Das ist nicht das Geheimnis der Erfolgreichen. Es ist der Trainer oder Coach, der dem Sportler bzw. der Sportlerin hilft das Wissen umzusetzen.

In Beziehungen ist das nicht anders. Das wahre Geheimnis glücklicher Beziehungen ist, das TUN und nicht das Wissen.

Das ist der wichtigste Beziehungstipp überhaupt.

 

Glückliche Paare machen nichts Anderes oder Ungewöhnliches in der Beziehung. Glückliche Paare haben einen Weg gefunden, das Wissen in die Tat umzusetzen. Das ist alles. Und doch ein grosser Unterschied für die Beziehung.

Die Paare machen es vielleicht nicht täglich aber immer wieder. Sie tun es einfach. Und das wiederum ist eine Frage der Entscheidung, die jeder einzelne für sich und seine Beziehung treffen muss.

8 Tipps für eine attraktive Partnerschaft

8 weitere Tipps

 

Einmal am Tag, einmal in der Woche oder alle vierzehn Tage, aber es ist eine bewusste Entscheidung. Es passiert nicht einfach so. Und wahrscheinlich wissen die meisten das auch. Im Grunde ist es einfach, oder?

Wir treffen jeden Tag tausende von Entscheidungen. Warum nicht heute eine für Ihre Beziehung. Ich möchte Sie heute dazu animieren eine Entscheidung zu treffen.

Denken Sie kurz über Ihre Beziehung nach und über das von dem Sie wissen, dass Sie es tun sollten. Nehmen Sie sich 1 Minute Zeit. Jetzt gleich.

Und ist Ihnen etwas eingefallen?

Wenn Ja, perfekt. Dann machen Sie es heute noch. Setzen Sie es um, was auch immer es ist. Tun Sie es und Sie werden Ihre Beziehung verändern. Garantiert – einzige Regel: tun Sie es immer mal wieder.

Wenn Ihnen nichts eingefallen ist, dann nehmen Sie das Smartphone, schalten Sie die Kamera ein und sagen mit einem Lächeln auf den Lippen einfach nur:

„Ich liebe dich!“

Senden Sie das kurze Video an Ihren Partner oder Partnerin und freuen sich über die Reaktion. Smartphones können Beziehungen retten.

Als Alternative könne Sie auch den Satz „Ich liebe dich“ einfach nur als SMS senden. Aber mal ehrlich, würden Sie nicht selber viel lieber ein Video bekommen? 🙂

Nutzen Sie die Möglichkeiten, die uns die Smartphones bieten. Programmieren Sie sich Erinnerungen, die Sie daran erinnern, etwas was Sie schon wissen in die Tat umzusetzen.

Und falls Sie keine Ideen haben – auch hier liefert Ihr Smartphone über den Internetzugang 1001 Ideen, was man für eine glückliche Beziehung tun kann. Sie nutzen die gleiche Technik bestimmt auch um Ihr Wissen über andere Bereiche zu vergrössern…

Hand aufs Herz

So kann man sich auch erinnern

 

Hier aber noch eine weitere Möglichkeit – mein Geheimtipp so zu sagen:

Mir geht es manchmal so, dass mir immer wieder ein Gedanke oder ein schöner Augenblick in den Sinn kommt, den ich mit meiner Frau erlebt habe. Leider ist dieser Gedanke oft nach ein paar Minuten wieder aus dem Gedächtnis verschwunden. Schade.

Vor allem schade für meine Frau.

Wenn es Ihnen ähnlich geht, dann nehmen Sie diese Gedanken mit dem Smartphone auf und senden Sie sie an Ihren Partner oder Ihre Partnerin. Die meisten Messenger haben diese Funktion.

Oder nehmen Sie ein Sprachmemo auf und senden es per Mail.

Hier gibt es noch ein paar Ideen oder man könnte auch sagen Beziehungstipps, die Sie zusammen als Paar tun können. Aber wahrscheinlich wissen Sie das schon, oder?

Auf welchen Beziehungstipp haben Sie den Lust?

 

Ihr Peter Michalik

Glückliche Beziehungen sind keine Glückssache

 

 

Flirten mit dem eigenen Partner – Weshalb soll das Bauchkribbeln nach zehn Jahren Beziehung aufhören?

Flirten mit dem eigenen Partner IDie meisten Menschen genießen das Gefühl von Aufregung in der Kennenlernphase. Es werden gefühlt Ewigkeiten vor dem Spiegel verbracht, um sich vor dem Date hübsch zu machen. Beim Treffen verspürt man Aufregung im Bauch und das nächste Wiedersehen kann kaum erwartet werden.

Es ist vollkommen normal, dass die Gefühle von Aufregung und unglaublicher Verliebtheit nach einigen Monaten, sicherlich aber nach mehreren Jahren verschwinden.

Was bleibt ist im Idealfall ein Gefühl von tiefer Verbundenheit und starker Liebe.

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On / Off- Beziehung – Diese 3 Schritte sollten Sie ausprobieren!

on off beziehungDas ewige Hin und Her in einer On / Off – Beziehung belastet sehr.

In einer Beziehung, in der beide Partner weder mit noch ohne den anderen zurechtkommen, bleibt der vollständige und ganz vollzogene Trennungsschritt aus.

Während einer Trennungsphase sehnen sich die Partner nacheinander und finden letztendlich erneut zusammen. Dabei ist zu Beginn der Willen groß, die Wünsche des Anderen zu erfüllen, ungeliebte Verhaltensweisen abzulegen und sich der neuen Beziehung wieder voller Energie hinzugeben. Weiterlesen

Zuneigung zeigen: Diese zwei Faktoren entscheiden darüber, ob Ihre Beziehung hält oder fällt.

Zuneigung zeigen

Zuneigung zeigen, ist wohl der am meisten unterschätzte und gleichzeitig einer der wichtigsten Faktoren in einer Beziehung.

Wer Zuneigung zeigen kann, liebt sozusagen doppelt.

Und trotzdem kann es passieren, dass wir eine Person lieben, aber nicht wissen, wie wir es ihr zeigen können.

Im Artikel erfahren Sie, warum das: Zuneigung zeigen so wichtig ist und mit welchen Strategien dies andere Paare im Alltag erfolgreich tun.

Überraschender weise ist es relativ einfach einem geliebten Menschen die Liebe durch Zuneigung zu zeigen, es braucht nur ein wenig Übung.

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Sich selbst lieben lernen ist die Grundlage einer jeden Liebesbeziehung

Sich selbst lieben lernenEs gibt viele Faktoren die eine Liebesbeziehung und das Glück in der Beziehung positiv beeinflussen können: Ähnliche Interessen, wertschätzende Kommunikationsstile, Kompromissbereitschaft, gemeinsame Zeit, Zärtlichkeit und Sexualität, Solidarität, …

Einer der Hauptfaktoren ist aber die Selbstliebe. Das sich selbst lieben lernen, ist  ein Thema das bei Beziehungsfragen oft zu wenig Beachtung bekommt.

Zu Unrecht, denn die Selbstliebe ist die Grundlage dafür einem anderen Menschen tiefe Liebe zu schenken und diesen Menschen mit seiner Einzigartigkeit anzuerkennen. Und sich selbst lieben lernen ist möglich!

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Wir streiten nur noch! – Streit gehört dazu, doch wenn es laut wird, sollten Sie das hier lesen.

Wir streiten nur noch! Kennen Sie das? Ihr Partner / Ihre Partnerin sagt nur einen Satz, aber der bringt Sie sofort in Rage – und ein heftiger Streit geht los. Die Emotionen schlagen Wellen und ein konstruktives Gespräch ist nicht mehr möglich. Wenn es Ihnen beim Streiten ab und zu ähnlich geht, haben wir eine gute […]

Midlife-Crisis: Das Beste was Ihnen passieren kann – 5 Tipps wie Sie die Chance nutzen können

Midlife-CrisisWenn von einer Midlife-Crisis gesprochen wird, zielt die Alltagsverwendung des Begriffes vor allem auf das männliche Geschlecht zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr ab.

Unzufriedenheit mit dem bisherigen beruflichen oder familiären Leben scheinen oft die Ursachen zu sein.

Der klischeehaften Vorstellung nach suchen sich einige Männer eine jüngere Freundin als „Aussenbeziehung“, fangen an exzessiv Sport zu treiben, trennen sich von der Ehefrau, lassen sie mit zwei Kindern sitzen, kaufen sich einen Sportwagen, gehen in die angesagten Clubs und verbringen dort tanzend die Nächte.

Soweit das weit verbreitete Klischee.

Doch eine Frage bleibt:

Handeln wirklich Männer und auch Frauen in der Midlife-Crisis nach diesem Muster?

Oder läuft es ganz anders ab?

Eine Beobachtung aus meiner Praxis. Weiterlesen

Zuhören: Wenn der Körper was anderes sagt als die Worte

ZuhörenKennen Sie das? Jemand erzählt Ihnen etwas oder berichtet von seinem Befinden und Sie haben beim Zuhören das Gefühl irgendetwas ist seltsam oder stimmt nicht. Sie können aber nicht sagen was es ist. Es ist diffus, nicht greifbar und doch nehmen wir es wahr. Beim bewussten Hinsehen lässt sich feststellen, dass das Zusammenspiel zwischen Worte und Körper nicht stimmig ist. Dadurch wirkt das Gesagte nicht glaubwürdig. Warum ist das so? Warum sprechen der Körper und die Worte manchmal eine andere Sprache? Welche Auswirkungen kann das auf Ihre Beziehung zum Erzählenden haben? Hier einige Antworten. Weiterlesen

Auch heute ist „ein Valentinstag!“

Beziehungs ABCGenau vor sechs Monaten war Valentinstag. Am selben Tag erschien ein Interview von uns in der Aargauer Zeitung mit dem Titel: «Ich staune oft über meine Frau“ (pdf) und dem Untertitel: „Ein Blumenstrauss im Jahr macht ihre Beziehung nicht besser“. Das Echo war damals überwältigend. Darum möchten wir Ihnen heute, sechs Monate nach Valentinstag, die wichtigsten Aussagen zusammenfassen. Ein Abstract für die Liebe. Weiterlesen

Zoff: Was ist der Reiz am Streiten

Kennen Sie das: Sie streiten mit Ihrem Partner, mit Ihrer Partnerin wegen einer Kleinigkeit. Der Streit artet aus. Es wird immer lauter. Die Worte werden zu verletzenden Pfeilen und irgendwann geht es nur noch darum, Recht zu haben. Tränen, Resignation oder sogar Hass können die Folge sein. Nach dem Streit wissen Sie oft nicht mehr um was es eigentlich ging. Und Sie fragen sich: Was machen wir da eigentlich? Was machen wir falsch? Müssen wir immer streiten? Mit diesem Problem sind Sie nicht allein. Oft kommen Paare in die Beratung mit folgendem Anliegen: Wir können nicht ohne Verletzungen streiten. Wir haben keine Streitkultur, es artet immer aus. Oft wird es sehr verletzend und geht unter die Gürtellinie. Gefolgt von der Bitte: Helfen Sie uns besser zu kommunizieren. Beim näheren Hinschauen stellt sich dann aber oft heraus, dass das Problem nicht in der Kommunikation liegt und daher auch die Lösung wo anders liegt. Doch zuerst muss die folgende Frage gestellt werden: War das von Anfang an so? Wenn ja, dann kann es tatsächlich an falscher Kommunikation in der Beziehung liegen. Dann ist es die Aufgabe herauszufinden, warum das so ist. Und wie man es ändern kann. Die Gründe für Kommunikationsstörungen können unterschiedlich und sehr individuell sein. In diesem Fall kann eine professionelle Beratung helfen den Gründen auf die Spur zu kommen und mit gezielten Interventionen im Bereich Kommunikation Abhilfe schaffen. Was ist dann der Grund? Wenn Sie nicht von Anfang so heftig gestritten haben und erst im Laufe der Zeit die Auseinandersetzungen heftiger wurden, liegt die Ursache nicht unbedingt alleine in der Kommunikation. Eine mögliche Ursache kann zu wenig AUFMEKSAMKEIT sein. Wenn im Laufe der Zeit die Paarzeit (Artikel 5) immer weniger wird, sinkt die gegenseitige Aufmerksamkeit. Es mag sein, dass Sie als Paar oder Eltern sehr gut funktionieren und sich sozusagen blind verstehen. Wenn aber die gegenseitige Aufmerksamkeit nur oberflächlich oder nur über die Aufgaben, die man in einer Beziehung zu erfüllen hat, stattfindet, wird das Streiten immer attraktiver. Die Gründe werden immer banaler und die Auseinandersetzungen immer häufiger und heftiger. Bis das Ganze zu einer grossen Belastung wird. Was macht das Streiten so attraktiv? Es ist die AUFMEKSAMKEIT. Wenn Sie streiten, können Sie sich der Aufmerksamkeit und Zuwendung des Partners, der Partnerin sicher sein. Im Streit sind sich die Partner zugewandt, hören meist gut zu, suchen den Blickkontakt und symbolisieren auch mit dem Körper Aufmerksamkeit. Je häufiger Sie wegen Kleinigkeiten streiten, um so mehr sollten Sie Ihre Paarzeit (Artikel 5) hinterfragen. • Wie viel macht die Paarzeit (Artikel 5) in unserem Alltag aus? • Was machen wir, wenn wir als Paar alleine sind? • Über was reden wir? Sind es nur noch Job und Kinder? • Wie zeigen wir uns unsere Zuwendung, Gefühle und Bedürfnisse? Das Streiten kann also vordergründig attraktiv sein; v.a. das Versöhnen danach. Auf den zweiten Blick sind es oft Hilferufe, die zum Ausdruck bringen, dass die Partner einander dringend brauchen und mehr Aufmerksamkeit wünschen. Was steckt hinter diesen Hilferufen? Oft sind es sehr wesentliche Fragen an die Beziehung, die sich hinter dem Streit verbergen. • Bist du für mich da? • Kann ich mich auf dich verlassen? • Bin ich dir noch wichtig? • Wirst du da sein, wenn ich dich mal brauche? • Akzeptierst du mich? Wenn ein Partner emotional nicht erreichbar ist, führt das fast immer zu Wut, Trauer, Schmerz und vor allem Angst, die Bindung zu verlieren. Es ist das Bedürfnis nach sicherer emotionaler Zusammengehörigkeit, dass sich hier meldet, wenn diese Verbundenheit in der Beziehung nicht mehr spürbar ist. Unsere Gefühle schlagen so zu sagen Alarm um auf den Missstand aufmerksam zu machen. Es ist nicht die Zahnpasta Tube, die falsch steht, oder die falsch hingestellten Schuhe, es sind unsere vernachlässigten Emotionen, die sich eine bessere Beziehung, eine tiefere Bindung zum Partner oder Partnerin wünschen. Was könne Sie tun? Wenn Sie merken, dass Ihre Auseinandersetzungen in die oben beschriebene Richtung gehen könnten, tuen Sie etwas dagegen. Gute Hinweise dafür, was Sie tun können, finden Sie in unserem Artikel „Zu wenig Zeit als Paar“ Eine gute emotionale Bindung ist ein Kraftquelle, die Ihre Beziehung durch alle Tiefs tragen wird. Kennen Sie das: Sie streiten mit Ihrem Partner, mit Ihrer Partnerin wegen einer Kleinigkeit. Der Streit artet aus. Es wird immer lauter. Die Worte werden zu verletzenden Pfeilen und irgendwann geht es nur noch darum, Recht zu haben. Tränen, Resignation oder sogar Hass können die Folge sein. Nach dem Streit wissen Sie oft nicht mehr um was es eigentlich ging. Und Sie fragen sich: Was machen wir da eigentlich? Was machen wir falsch? Müssen wir immer streiten?

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